15.08.2021: Tag 2 – Von Wedel nach Oersdorf (31,9km)

Mit etwas steifen Gliedern und noch nicht ganz wach, mache ich mich mit der S-Bahn auf Richtung Wedel. Mit der Fähre setze ich über und freue mich, dass der Regen aufhört.

Von Grünendeich geht es dann auf dem Deich entlang, links die Lühe, rechts die schön gepflegten Reetdächer.

Wie ich in Steinkirchen lerne wurde die Marschregion im 12.Jahrhundert von niederländischen Kolonisten nutzbar gemacht.

Als ich an einem Bauernhaus vorbei komme, auf dem der Satz „Ditt hus is min un doch nich min, de no mi kumt nennt ock se noch sin“ muss ich unweigerlich an das Buch Altes Land von Dörte Jansen denken (sehr empfehlenswert nebenbei)

Nach einer kurzen Rast in Horneburg geht es weiter, der Weg verläuft jetzt im Wechsel zwischen Wald, Weizen- und Maisfeldern.

Kurz vor Harsefeld ist der Weg gesperrt, aber wie so oft hat der Pilgerweg schon Hilfe bereit gestellt. Diesmal in Form von zwei Spaziergängerinnen, die auch den Jakobsweg in Spanien gelaufen sind und mir erklären, wie ich wieder auf den rechten Weg komme.

Bei dem sonnigen Wetter wird mein Wasser knapp. Da heute Sonntag ist, ist alles auf dem Weg geschlossen: Supermärkte, Cafés, Bars. Meine Flasche ist leer, als ich die Preisanzeige einer Tankstelle erblicke… Thanks again St. Jakob. 🙂

Die letzten zehn Kilometer nach Harsefeld laufe ich ohne Pause durch, da ich nicht so spät beim Zimmer in Oersdorf ankommen möchte.

Als ich in die Einfahrt einbiege, kommt mir schon die sehr freundliche Herbergsmutter entgegen und bring mich zu dem „Zimmer“. Ich bin hin und weg: Ich hab die Unterkunft für mich alleine die ist größer als meine eigene Wohnung! Das Abendessen steht im Kühlschrank vorbereitet, genauso wie mein Frühstück. Was für ein toller Tag.

Erkenntnis des Tages: Wenn es läuft, dann läuft es.

1 Kommentar

  1. Avatar von Florian Florian sagt:

    Das Bild von dir auf dem Weg ist richtig gut geworden. Vllt schon DAS Bild für diese Wanderung?

    Like

Kommentar verfassen