24.04.2026: Tag 98 – Von Avenza nach Pietrasanta (26,8km)

Dem kleinen Zeh hat die gestrige Auszeit gut getan und so können wir heute wieder eine längere Etappe starten. Gegen halb acht brechen wir auf und erklimmen gleich einen kleinen Berg.

Oben angekommen werden wir mit einem schönen Blick auf die Weinberge und die Städte im Tal belohnt. Wir passieren eine Straße, die für die Allgemeinheit wegen eines Abbruchs gesperrt ist, aber Pilger scheinen durch zu dürfen, weil ein zusätzliches Schild für die Via Francigena angebracht ist mit Pfeil (wir hinterfragen das einfach nicht und sind vorsichtig).

Es geht gemütlich wieder runter und bald erreichen wir die Stadt Massa, wo wir beim Dom einen Stempel, stellvertretend für gestern erhalten.

Direkt hinter dem Dom führt und eine sehr lange Straße wieder nach oben. Langsam haben wir aber das richtige Tempo für solche Aufstiege gefunden und sind nicht allzusehr am japsen.

Es geht weiter kontinuierlich eine Steaße den Berg rauf und wir kommen trotz des Anstiegs überraschend gut voran. Lediglich beim Abstieg werden wir von einem Vesperfahrer fast über den Haufen gefahren, weil der die Kurve sehr eng nehmen musste.

Kurz vor unsere Ankunft bei unserer Unterkunft kommen wir noch an mehreren Firmen vorbei, die Marmor verarbeiten, der hier in der Region Carrara abgebaut wird.

Wir haben heute ein Zimmer von Privatleuten gebucht, das ein Sammelsurium aus den 60ern entspricht (inklusive Trockenhaube im Badezimmer). Wir finden es klasse und machen nach der Dusche ein kleines Nickerchen.

Jetzt müssen wir uns aber noch sputen, wenn wir einen Stempel vom Dom haben wollen. Also Schuhe an und los. Pietrasanta stellt sich als einen Hotspot zeitgenössischer plastischer Kunst dar, denn in der Altstadt sehen wir an jeder Ecke Skulpturen.

Im Dom, den wir wieder sehr schön finden, kriegen wir zwar leider keinen Stempel, aber die Touristeninformation kann uns weiterhelfen. Zufrieden gönnen wir uns das erste Gelato dieser Reise in der Altstadt.

Mit einem Blick auf die Statue eines dicken Kriegers, die es uns etwas angetan hat, geht es, mit Zwischenstopp beim Supermarkt, nach Hause. Schluss für heute.

23.04.2026: Tag 97 – Von Sarzana nach Avenza (16,3km)

Da wir heute eine kurze, leichte Etappe vor uns haben, starten wir entspannt mit einem Frühstück in einer Bar, bevor wir wieder die Rucksäcke aufschnallen.

Wir verlassen Sarzana über die Altstadt und müssen einem einen kleinen Berg hoch, um die dortige Burg kurz zu bewundern.

Gefühlt verlassen wir die Stadt so gut wie gar nicht, denn die Orte gehen fließend ineinander über. Und so kommen wir unter anderem durch Caniparola, Colombiera und Luni.

Ab und zu kommen wir aber doch an Rebflächen vorbei, was das Bild aus Wohnstraßen etwas auflockert.

Wir machen gegen Mittag Pause in einem Cafe nahe einer Amphitheater-Routine, bevor wir das letzte Stück nach Avenza laufen.

Nach etwas herumirren finden wir dann auch unser Pensionszimmer gegen halb drei und können uns dem Schweiß vom Körper waschen.

Nach einer ausgedehnten Pause und den Einkauf von Proviant fahren wir mit dem Bus Richtung Hafen. Für einen Stempel in der Kirche kommen wir leider zu spät. Aber wir finden einen günstigen Pub, der auch was zu essen anbietet, was nicht Pizza ist.

Wir machen noch schnell einen Abstecher zum Strand, um die Sonne untergehen zu sehen und dann müssen wir uns auch etwas beeilen, um den Bus zurück noch zu erwischen.

22.04.2026: Tag 96 – Von Aulla nach Sarzana (17,0km)

Gegen sechs Uhr beginnt das Geraschel im Schlafsaal und auch wir stehen auf und machen uns langsam fertig. Der kleine Zeh, der mir gestern zunehmend Probleme bereitet hat, wird in Blasenpflaster und Tape gewickelt und dann geht es erst mal in die nächste Bar zum Frühstücken.

Wir haben zwar nicht so viele Kilometer vor uns, dafür aber wieder einiges an Höhenmeter mit steilen Anstiegen. Gleich zu Anfang heißt es deswegen auch Tempo raus, durch die Nase ein- und durch den Mund wieder ausatmen.

Ungefähr auf Hälfte des Aufstiegs öffnet sich das Gelände und wir wandern an gelben Besenginstern vorbei, bis wir den Ort Bibola erblicken, der eher nach einer Burg aussieht, so wie die Häuser angesiedelt sind.

Mit frisch gefüllten Wasserflaschen machen wir uns an die zweite Hälfte des Aufstiegs und die hat es ganz schön in sich. Steile steinige Aufstiege wechseln sich mit flacheren engen Pfaden ab und das bei hoher Luftfeuchtigkeit. Pilgern für Fortgeschrittene.

Wir sind ziemlich glücklich, als wir gegen 11 Uhr das Plateau erreichen und treffen hier auch das niederländische Pilgerpaar Johann und Jovete (?) wieder, dass wir gestern in der Herberge kurz kennengelernt haben.

Der Abstieg beginnt erst recht flach durch den Wald, aber hier fängt mein linker Zeh zunehmend an Ärger zu machen und wir kommen nicht so schnell voran, wie wir könnten.

Mit der Zeit ändert sich das Landschaftsbild und wir wandern durch eine offene Landschaft mit Pinien, mediterran halt. Leider wird es auch steiler, was der Zeh zunehmend kommentiert.

Die letzten Kilometer bis zum Ziel wandern wir stoisch durch die Sonne. Von einem älteren Italiener, der kein Englisch spricht (und wir kein Italiensch) bekommen wir nach einigen Ansätzen den Rat, einen kleinen Umweg zu laufen, da eine Brücke gesperrt ist. Ich bin ziemlich durch, als wir unser sehr schönes Zimmer in Sarzana beziehen.

Nach einer Dusche und etwas ruhen machen wir uns dann aber erst mal dazu auf einen Stempel zu ergattern und neuen Proviant einzukaufen.

Wir machen uns abends noch mal los für die obligatorische Pizza zum Abendessen und dann lassen wir den Abend mit einem kleinen Spaziergang ausklingen…. nix da! Ich hab die Füße kaputt. Ab aufs Bett und nichts tun.

21.04.2026: Tag 95 – Von Pontremoli nach Aulla (32,0km)

Wir starten wieder früh, denn wir haben viel vor. Der Weg führt Anfangs von Ortschaft zu Ortschaft und die Kilometer fliegen so dahin. Ich habe Anfangs schlechte Laune, da ich wieder nicht geschlafen habe und das Brot zum Frühstück aus Pappe bestanden hat.

Im Ort Filattiera kommen wir aber an einer sehr unscheinbaren Bäckerei vorbei und ersteigern für zwei Euro zwei Stück Pizza. Die Welt ist gerettet, oder zumindest meine Laune.

Gestärkt machen wir uns an den ersten Anstieg des Tages. Nach einer langen Treppe geht es wieder durch ein schönes Waldstück nach oben.

Das Wetter ist am Vormittag bedeckt und so kommen wir nicht ganz soooo ins Schwitzen. Auch die Furten des heutigen Tages nehmen wir mit Leichtigkeit.

Gegen 11 Uhr erreichen wir den Ort Filetto. Das spannende hier ist, dass die Altstadt wie ein großes, in sich geschlossenes, Quadrat aussieht. Leider haben hier alle Lokale noch geschlossen, so dass wir ohne Kaffee weiterziehen.

Nachdem wir den Fluss Torrente Bagnone überquert haben, kommen wir durch Virgoletto, wo wir an einer Quelle noch mal die Trinkflaschen füllen und dann beginnt der nächste schweißtreibende Aufstieg durch den Wald.

Es ist 14 Uhr, als wir Mittagspause machen und wir auf einmal Donnergrollen hören. Schnell machen wir uns fertig, denn den Abstieg wollen wir so weit wie möglich machen, solange der steinige Weg noch trocken ist.

Der Weg führt uns unter anderem an einen kleinen Wasserfall nebst verwunschener Brücke vorbei. Nach dem ständigen auf und ab, erreichen wir ziemlich fertig die Stadt Aulla. Jetzt sind es noch drei Kilometer durch diese wirklich nicht schöne Stadt bis zur Herberge.

Die Herberge ist diesmal, wie ich sie aus Spanien kenne. Erst mal registieren, bezahlen und dann zu den Schlafräumen. Schnell sind wir geduscht und haben das Nötigste gewaschen und können uns etwas ausruhen.

Wir planen noch schnell den morgigen Tag und versorgen uns beim hiesigen Supermarkt mit allem fürs Abendessen. Und dann wird es auch schon bald wieder Zeit fürs Bett.

20.04.2026: Tag 94 – Von Berceto nach Pontremoli (25,8km)

Da wir heute eine lange Bergetappe vor uns haben, sind wir schon um 7 Uhr auf dem Weg, holen uns noch schnell den obligatorischen Stempel, dieses Mal in einer Bar und dann geht es los.

Der Weg führt über einen schönen Pfad bergauf. Heute ist es angenehmen kühl und nach zwei Stunden haben wir den Cisa Pass erreicht.

Wir verabschieden uns von der Region Parma und mit dem Durchschreiten eines Holztores, bei eisigem Wind, erreichen wir die Toskana.

In einem Laubwald geht es über schöne Pfade bergauf und bergab. Wie auch die letzten Tage hören wir immer wieder den Ruf eines Kuckucks.Wir kommen an Waldarbeitern vorbei und erreichen noch am Vormittag die Wolkendecke.

Wir erreichen den höchsten Punkt il Cucchero und sind vom Nebel eingeschlossen. Wir müssen echt aufpassen, dass wir die richtigen Abzweigungen nehmen.

Jetzt beginnt der steile und sehr steinige Abstieg, der uns viel Zeit und Nerven kostet, da er gefühlt nicht enden will.

Erst gegen 14 Uhr erreichen wir, ohne uns die Haxen gebrochen zu haben, den kleinen Ort Groppoli. Wir fordern unser Glück nicht hinaus und entscheiden uns an dieser Stelle für die Alternativroute an der Straße.

Es ist kurz vor vier, als wir unser Ziel Pontremoli erschöpft und durchgefroren erreichen.

Wir holen uns in dem sehr schönen Dom unserem Stempel ab und dann geht es auch direkt zu unserer Unterkunft, wo wir beide lang und heiß duschen.

Die Ferienwohnung hat eine etwas eigenwillige Einrichtung, aber sie liegt zentral und wir können uns wieder was zum Abendessen kochen, denn keiner von uns hat nach diesem Tag Lust noch mal vor die Tür zu gehen.

19.04.2026: Tag 93 – Von Cassio nach Berceto (11,3km)

Nach der gestrigen anstrengenden Etappe haben wir uns heute für eine kurze Etappe nach Berceto entschieden, um uns etwas zu erholen. Und so starten wir mit einem Frühstück in der Bar.

Heute zeigt sich die Via Francigena von ihrer guten Seite, denn der Weg führt vorrangig über kleine schöne Pfade. Anfangs begleitet uns noch der französische Pilger Franco eine Weile. Aber die Chemie stimmt nicht so wirklich zwischen uns und so lassen wir uns etwas zurückfallen.

Auch heute gilt es einige Höhenmeter zu überwinden, für die wir uns dann halt mehr Zeit nehmen.

Nach einer Pause im Ort Castellonchio treten wir dann den zweiten Teil der heutigen Tour an. Es geht über Wiesen und bald sehen wir auch schon Berceto in der Ferne.

Gegen halb eins erreichen wir unser Ziel und auch die heutige Ferienwohnung ist schnell gefunden. Bis die Vermieter aber da sind überbrücken wir die Wartezeit in einer Bar.

Wir haben es wieder gut getroffen und unsere Vermieter müssen echt große Fans der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ sein, denn in unserem Wohnzimmer steht ein Regal voll mit Fanartikeln.

Nachdem wir geduscht und das große Wäsche waschen hinter uns haben, schauen wir uns Berceto an und gönnen uns ein Sandwich in einer urigen Bar.

Einen Stempel kriegen wir heute leider nicht, wir probieren es morgen früh noch mal und ziehen uns in die Ferienwohnung zurück, die wir Abends noch mal für eine Pizza verlassen.

18.04.2026: Tag 92 – Von Medesano nach Cassio (22,6km)

Es ist acht Uhr als wir die Brücke erreichen, die Ramiola und Fornovo di Taro verbindet und auf der es ziemlich windig und kalt ist.

Wir haben Fornovo di Taro noch nicht verlassen, da beginnt auch schon der erste Anstieg, der uns ins Schwitzen bringt. Oben angekommen schauen wir noch einmal auf die Stadt und dann geht es auch wieder bergab und an der Landstraße wieder entlang.

Es ist heute wieder sehr warm und langsam geht der Weg stetig bergauf. Wir müssen heute deswegen mehrere Pausen einlegen und füllen bei jeder Gelegenheit unsere Wasserflaschen wieder auf.

Gegen Mittag erreichen wir Bardone und sind total platt. Zu allem Übel kann ich mein Versprechen ein Bier auszugeben nicht einhalten, da es in dem Ort keine Bar gibt. Nach einer längeren Pause starten wir dann den zweiten Aufstieg für heute.

Als wir einen Wald erreichen glauben wir, dass es einfacher wird, aber weit gefehlt. Auch hier ist wenig Schatten und dazu wird der Weg steiler und steiniger.

Fix und fertig erreichen wir dann gegen halb drei endlich das Ende unseres Aufstiegs. Hier haben wir die Wahl zwischen einmal ins Tal und dann den Berg wieder rauf und der Variante an der Straße entlang nach Cassio zu laufen. Wir entscheiden uns für letzteres.

Von der Landstraße, die wir uns mit einer Menge Motorradfahrer teilen, haben wir einen tollen Ausblick auf die Landschaft und erreichen gegen 16 Uhr endlich Cassio.

Kurz vor der Herberge treffen wir Aurelien wieder, der aber bis auch einen kurzen Gruß weiter nicht mit uns redet. Es bleibt einfach schwierig mit Franzosen. Wir freuen uns aber endlich zu duschen und uns etwas auf dem durchgelegenen Bett ausruhen zu können.

Wir überbrücken die Zeit, bis das einzige Restaurant des Dorfs öffnet in der einzigen Bar des Dorfes mit einem Bier, als sich Diane an den Nachbartisch zu uns setzen will. Wir setzen unser Gespräch von gestern nahtlos fort und beschließen zusammen zu Abend zu essen. Müde und zufrieden humpeln wir dann zurück zur Herberge.

17.04.2026: Tag 91 – Von Fidenza nach Medesano (22,4km)

Wir haben beide heute schlecht geschlafen. Christian, weil das Bett zu unbequem war, ich, weil ich bei der Planung der Übernachtung für morgen nix gefunden habe. Egal. Wir machen uns gegen sieben Uhr auf den Weg.

Nachdem wir Fidenza mit einem Croissant in der Hand verlassen haben, bewegen wir uns auch endlich mal wieder abseits einer Landstraße, dafür gibt es jetzt auch die ersten Anstiege, die uns ganz schön zum Schnaufen bringen.

Gegen 10 Uhr machen wir in Costamezzana eine Trinkpause, wo der freundliche Barbesitzer sagt, er habe uns schon heute Morgen in Fidenza gesehen und lässt uns sich in sein Pilgerregister eintragen (Nr. 53 und 54 für dieses Jahr).

Es geht weiter bergauf, was grundsätzlich nicht so schlimm wäre, wenn wir auch ein wenig Schatten bei dem schönen Wetter hätten. So aber sind wir ziemlich durchgeschwitzt, als wir in Celle ankommen und dort an einer Kirche zu Mittag essen.

Es gilt dann eine Furt zu überwinden (dieses Mal auch nicht überflutet) und dann beginnt der letzte Anstieg des Tages.

Hier holt uns dann die britische Pilgerin Diane ein. Die nette Ärztin, die in Fast-Rente ist, ist in Canterbury gestartet und hat einen ziemlich zügigen Schritt drauf. Von ihr erfahren wir, dass mittlerweile die Mehrheit der Briten sich wieder einen Beitritt zu EU wünscht und was dieser für Auswirkungen für die Briten hatte und welche Wanderwege sie schon alle bezwungen hat. Wir trennen uns an einer Kreuzung, wo wir zu unserem B&B in Medesano abbiegen, Diane übernachtet noch einen Ort weiter.

Kurz vor unserem B&B fährt ein Polizeiauto an uns ran. Die Polizisten wollen uns eigentlich nur einen guten Weg wünschen, aber ich nutze die Gelegenheit, sie nach unserem B&B zu fragen, da wir es nicht wirklich finden. Fünf Minuten, nachdem die Polizei weg ist und wir weitergesucht haben, kommt unsere Vermieterin angefahren. Die Polizei war zu ihr gefahren und hatte gesagt, dass wir herumirren. Sie fährt uns zu ihr nach Hause und auf uns wartet ein tolles Zimmer und ein noch schöneres Bad.

Frisch geduscht laufe ich noch nach Medesano rein, um uns einen Stempel in unsere Pässe zu besorgen und Proviant einzukaufen. Die Besitzerin Bona hilft uns freundlicherweise beim Finden einer Unterkunft für morgen. Katastrophe abgewendet.

Wir entspannen uns etwas, bis es Zeit fürs Abendessen wird, das Bona für uns gekocht hat und uns in einem kleinen Glashaus serviert. Wir sind beide etwas sprachlos, dass wir ein sehr leckeres 4-Gänge-Menu erhalten.

Sehr satt und sehr zufrieden ziehen wir uns nach dem Kaffee zurück und legen die Füße hoch. Die morgige Bergetappe wird es in sich haben.

16.04.2026: Tag 90 – Von Fiorenzuola d‘Arda nach Fidenza (22,6km)

Mit Frühstück im Gepäck (wir hatten beide überhaupt keinen Hunger) verlassen wir morgens Fiorenzuola d‘Arda und folgen der Landstraße Richtung aufgehender Sonne.

Mit zunehmender Sonne wird aber auch das wandern etwas anstrengender und so machen wir erst mal eine Frühstückspause in dem Ort Chiaravalle und schauen uns die dortige Kirche an.

Aber das Wandern durch die Getreidefelder mit wenig Schatten bleibt bis Castione Marchesi anstrengend, wo wir in einer Bar uns eine Kola und eine große Flasche Wasser gönnen.

Frisch gestärkt wandern wir die letzten acht Kilometer auf Feldwegen ohne Pause durch und erreichen bereits um halb zwei Fidenza.

Da der Dom erst um. 15:00 Uhr wieder öffnet, geht es durch die Einkaufspassage zu unserem Hotel, wo wir uns der Körperpflege und der Erholung hingeben.

Mit dem letzten Proviant im Bauch holen wir uns den Stempel im Dom von San Donnino. Dem Märtyrer San Donnino, der im 3. Jahrhundert als christlicher Beamter vom römischen Kaiser verfolgt wurde, wurde durch Soldaten der Kopf abgeschlagen. Der Legende nach soll er, mit dem Kopf unterm Arm, noch den Fluss Stirone überquert und zu seiner letzten Ruhestätte getragen haben. Die Referenz zu Klaus Störtebeker ist für uns Norddeutsche unübersehbar. San Donnino gilt heute als Schutzpatron der Pilger.

Wir stromern noch ein wenig durch Fidenza und gönnen uns einen Aperol bzw. ein Bier zur Feier des Tages. Die dazu servierten Stuzzichini sind so sättigend, dass wir das Abendessen ausfallen lassen (heute ein günstiger Abend) und nach dem Einkauf von Proviant für morgen geht es dann auch wieder zurück zum Hotel.

15.04.2026: Tag 89 – Von Piacenza nach Fiorenzuola d‘Arda (30,1km)

Beim Frühstück im Hotel treffen wir wieder auf Robert, der noch überlegt, was heute sein Ziel ist. Wir brechen unterdessen gegen halb acht auf und müssen wieder durch ein unschönes Gewerbegebiet.

Bis Pontenure, wo wir ein kleines zweites Frühstück in einer Bar einnehmen, müssen wir größtenteils wieder an einer stark befahrenen Straße entlang gehen.

Ab dann bessert sich aber der Weg und wir wandern entlang von Getreidefeldern. Langsam kommt auch die Sonne durch und wir kommen gut voran, so dass wir gegen 12 Uhr schon 20km hinter uns gebracht haben.

Bei einer kleinen Siedlung namens Zappellazzo di Sotto biegen wir in einen Feldweg, bei dem uns wenig später ein aggressiver Wachhund entgegenkommt, den Christian mit seinem Wanderstock im Schach hält. Der Einsatz bringt aber nicht viel, denn die Furt, die wir überqueren sollen, ist durch den Regen der letzten Tage zu einem richtigen Fluss angestiegen. Hier kommen wir nicht weiter.

Die Konsultation der Karte sagt uns, dass wir einen großen Umweg laufen müssten und zudem noch eine weitere Furt überqueren müssten. Und so entscheiden wir uns nach Roveleto zu wandern und eine Station mit dem Zug nach Fiorenzuola d‘Arda zu fahren.

Wir erreichen gegen halb drei unsere Ferienwohnung, können duschen, uns erholen und die Unterkünfte für die nächsten zwei Tage buchen. Auch diesmal müssen wir feststellen, dass die Unterkünftige aus unserem Verzeichnis nicht mehr existieren.

In der nahe gelegenen Kirche erhalten wir erst nach einigen Nachfragen unseren Stempel und kaufen für das Abendessen und morgen ein.

Zu Hause angekommen, machen wir uns an das kochen und freuen uns darüber, dass es heute was mit Reis gibt.