23.08.2021: Tag 10 – Von Damme nach Engter (33,2km)

Der Tag beginnt gemütlich um kurz vor sieben Uhr. Es geht geht durch den Wald, dessen Bäume mit der Zeit von Birken über Linden zu Fichten wechseln.

Schnell ist Vörden erreicht, wo ich neuen Proviant kaufe und vergeblich nach jemanden suche, der mir einen Stempel gibt.

Auf dem Weg aus Vörden raus ertappe ich Hummel und Sonnenblume beim *PIEP*. Hätten sich echt mal ein Zimmer nehmen können.

Die Sonne kommt raus und ich erreiche das Campemoor, wo ich an einem Aussichtspunkt Rast mache.

Auf dem weiteren Weg durchs Grün werde ich von zahlreichen Libellen begleitet.

An der Wasserburg Alt Barenaue aus dem 13. Jahrhundert mache ich Mittagspause ins treffe dort zwei ältere Herren, die eine mehrtägige Radtour durch die Region machen und fragen mich zu meiner Reise aus. Mit Überraschung überquere ich schon kurz darauf den Mittellandkanal.

Bei schönsten Wanderwetter geht es im leichten Auf und Ab durch den Wald nach Engter, wo ich mir ein Taxi zu meiner Unterkunft in Bramsche rufe.

Die Unterkunft entpuppt sich als ein ehemaliges Benediktinerkloster und ich bekomme ein Zimmer mit handgemalter Tapete. Etwas platt sinke ich nach der Dusche ins Bett, bevor ich mich auf den Weg zum Abendessen mache.

Erkenntnis des Tages: Deutsche Kleinstädte und ihre Kirchen ähneln sich mit der Zeit doch sehr.

22.08.2021: Tag 9 – Von Lohne nach Damme (25,1km)

Heute soll ein starkes Unwetter aufkommen, umso überraschter bin ich, dass es trocken ist als ich aufwache. Und so nutze ich die Gunst der Stunde und mach mich auf den Weg, um möglichst lang im Trockenen wandern zu können.

Ich komme an einem Torfwerk und der dazugehörigen Schmalspurbahn vorbei. Schade, dass heute Sonntag ist, das hätte ich gern in Betrieb gesehen.

Gegen 11:00 Uhr trudele ich in Steinfeld (das zweite auf dieser Reise) ein und versuche vergeblich nach dem Gottesdienst einen Stempel zu bekommen. Dabei fällt mir auf, dass hier mal kein Kruzifix zu sehen ist, sondern eine Plastik des letzten Abendmahls (was ich viel schöner finde).

Nach der Rast geht es weiter in den Wald und ich bekomme den ersten Anstieg zu spüren….und schnaufe wie ne Dampflok (na das kann ja noch heiter werden). Ich stoße auf den Weg zum Mordkuhlenberg auf mehrer von Figuren aus Stahl.

Der Sinn dieser Figuren erschließt sich mir erst als ich den kurz darauf erscheinenden Aussichtsturm besteige, da hier auf Schautafeln erzählt wird, was sich vor Jahrhunderten zugetragen hat. Eine Räuberbande hatte eine junge Frau geraubt, die dem Räuberhauptmann sieben Kinder gebären musste und durch eine List später dafür sorgte, dass diese gefangen und hingerichtet wurden. (Die genaue Geschichte gibt es auf Anfrage bei einem Feierabendgetränk)

Es folgt nun der Abstieg, erst von Hochturm, dann vom Berg und komme dann auch zeitig zur Jugendherberge.

Die Herbergsmutter ist eine sehr freundliche Dame, die mich ausnahmsweise sogar Waschmaschine und Trockner nutzen lässt und so habe ich den Nachmittag frei, um mal die Füße hochzupacken und nix zu tun.

Nach dem Abendessen mach ich noch mal einen Spaziergang nach Damme rein, sozusagen als Erholung. Auch hier überrascht mich, was für eine schöne Kirche hier steht, die ich mir wieder nur von außen anschauen kann.

Erkenntnis des Tages: Es kommt immer wieder anders als man denkt. Und im Wind schwingende Aussichtstürme sind nicht so meins.

21.08.2021: Tag 8 – Von Visbek nach Lohne (30,2km)

Heute ist irgendwie kein guter Tag. Erst entdecke ich zwei Blasen an den Fersen, die gestern noch nicht da waren, ich fühl mich schlapp und es ist wieder diesig. Trotzdem mache ich mich auf den Weg, nützt ja nix.

Kurz hinter Visbek laufe ich an einem Automaten vorbei, der wohl das Ende der netten Obst-und Gemüseverkäufe am Straßenrand einläutet.

Es bleibt bis zum Mittag diesig und auch ich fühl mich irgendwie matschig. Ich gebe mir selbst das Versprechen in Vechta mir eine Cola und ein Snickers zu gönnen.

Das erweist sich aber als ganz schön schwierig, denn den ersten Supermarkt treffe ich am Stadtausgang (und der blöde DM auf halbem Wege verkauft keine Snickers). Nach erfolgreicher Beute geht es mir schon wieder besser undicht trete den zweiten Teil der heutigen Reise durch den Wald an.

Auffallend ist heute, dass ich an vielen Kruzifixen am Weg vorbeilaufe.

Bevor ich an einer endlos langen Straße nach Lohne reinlaufe komme ich noch an einem großen Reiterhof, wo mich die Pferde interessiert anschauen.

Es ist vier Uhr als ich frisch geduscht mich auf den Weg mache noch einen Stempel für meinen Pilgerpass zu ergattern.

Zwar hat die St. Getrudenkirche offen (und ist nebenbei gesagt auch sehr schön), aber ich finde hier niemanden, der mir einen Stempel geben kann. Und so muss ich mich mit einem eher nüchternen Stempel von der Touristeninformation begnügen.

Nach dem Versuch ein Bett in einer Jugendherberge für morgen zu bekommen (Bestätigung steht noch aus) gab es ein opulentes Mahl beim nahe gelegenen Türken bevor die Abendroutine eingeleitet wird.

Erkenntnis des Tages: Es gibt auch Tage beim Pilgern, wo es nicht so gut läuft.

20.08.2021: Tag 7 – Von Harpstedt nach Visbek (32,7km)

Nach einer unruhigen Nacht, weil die Knie so weh getan haben (gestern was einfach zu viel asphaltierter Weg), mach ich mich nach einem schnellen Frühstück auf dem Weg.

Es ist erst diesig, aber mit der Zeit lockern die Wolken auf und machen Platz für die Sonne, die mir in den Rücken scheint.

Als wäre es bestellt, besteht der Weg heute viel aus unbefestigten Feld- und Waldwegen, was mir die Knie echt danken.

Gegen 10 Uhr erreiche ich Wildeshausen, wo gar keine Wilden hausen (zumindest hab ich keine gesehen).

Und wieder bin ich heute so ziemlich allein im Wald und genieße die Ruhe.

Immer wieder komme ich an Feldern vorbei, die von Wildblumen umsäumt sind, die sich mit Farbe und Größe zu übertrumpfen versuchen.

Pünktlich zur Mittagspause erreiche ich die Visbeker Braut, welches ein ca. 5.000 Jahre altes Großsteingrab. Der Sage nach wünschte sich hier eine junge Frau, die zwangsverheiratet werden sollte, zu Stein, um den verhassten Bräutigam zu entgehen.

Es folgen die letzten Kilometer bis Visbek, wo ich am Ortseingang die Hochzeits-Autokarawane sehe, derentwegen ich gestern Schwierigkeiten hatte ein Hotel zu bekommen.

Ich habe wieder ein schönes Zimmer bekommen und nach der Dusche, mache ich mich auf zur Kirche, um da meinen Stempel für heute zu bekommen.

Und auch heute ist es wieder unmöglich um ein Hotel herumzukommen. Diesmal ist es eine Gruppe von Archäologie-Studenten, die den anvisierten Gutshof einen Monat lang belagern und ich so abseits des Weges unterkommen muss.

Erkenntnis des Tages: Der Weg gibt Dir, was Du brauchst.

19.08.2021: Tag 6 – Von Weyhe nach Harpstedt (26,5km)

Um kurz nach Sieben bin ich wieder auf dem Weg und lasse Weyhe hinter mir. Außerhalb des Orts schlängelt sich ein schmäler Pfad durch das Gelände und ist mal ne Abwechslung zu den Straßen und Feldwegen.

Das Frühstück gibt es heute in Barrien (ich bin mal gespannt wie viele dieser Ortsnamen ich am Ende der Reise noch weiß) und verlasse den Ort mit einem letzten Blick aus die alte Wassermühle.

Der Weg schlängelt sich durch einen Wald, in dem ich später zwei Hundehalterinnen treffen, die mich als Pilger identifizieren und mich nach Herkunft, Ziel und Tagespensum fragen bevor sich unsere Wege trennen.

Und wieder wechselt der Weg über zu Feldern mit Mais und Getreide. Von einen Aussichtsturm, der Mitten im Nirgendwo steht, habe ich einen tollen Ausblick.

In Dünsen komme ich an einem Hühnergehege vorbei, wo die angelaufenen Hühner (der Hahn voran) mich vorwurfsvoll anschauen, weil ich kein Futter reinschmeiße.

Der Rest des Weges bis Harpstedt ist recht unspektakulär und ich erreiche zügigen Schrittes gegen 14 Uhr mein Ziel.

Nach der wohlverdienten Dusche und dem Wäsche waschen versuche ich für morgen eine Unterkunft zu kriegen. Das erweist sich als ziemlich schwierig, das die ersten beiden Unterkünfte ausgebucht sind und mir der dritte Gasthof mitteilt, dass morgen eine große Hochzeit dort stattfindet und auch er kein Bett mehr frei hat. Zähneknirschend nehme ich das letzte Doppelzimmer in einem Hotel.

Für das Eisenbahnmuseum bin ich leider zu spät dran, also verbringe ich den restlichen Abend mit Postkartenschreiben und lesen.

Erkenntnis des Tages: Manchmal drängt einem das Leben zu mehr Komfort.

18.08.2021: Tag 5 – Von Lilienthal nach Weyhe (32,1km)

Die Sonne ist schon am aufgehen, als ich um halb sieben das Blockhaus verlasse und meinen Weg an der Wörpe entlang fortsetze.

Bis die Wörpe in die Wümme mündet, komme ich gut voran. Dann versperrt mir eine Renaturierungsbaumaßnahme den Weg und ich muss einen Weg suchen, der mich wieder auf den richtigen Weg bringt, was Zeit kostet.

Wieder auf dem richtigen Weg geht es lange Zeit nur noch gerade aus durch Parkanlagen direkt in die Altstadt von Bremen.

Im St.Petri-Dom kriege ich einen neuen Stempel in meinen Pass von einem freundlichen, älteren Herren, der mich danach in den Bibelgarten zur St. Jakobus-Statue führt.

Nach ein paar schnellen Einkäufen und einem kurzen Besuch bei den Bremer Stadtmusikanten muss ich noch einen kurzen Schauer abwarten, bevor ich weiterziehe.

Der Weg führt mich entlang der kleinen Weser. Heute macht sich die Erschöpfung früher bemerkbar und ich muss mehr Pausen machen.

Ich erreiche zuerst Dreye, von wo der Weg nun parallel zur Straße führt. Bis Weyhe, wo ich heute übernachte, sind es noch ziemlich lange 5km. Zur Aufmunterung komme ich aber an einem Haus vorbei, dessen Fassade wirklich ins Auge sticht.

Das Hotel ist ruhig gelegen und ich kriege ein Zimmer im Afrika-Stil. Endlich gibt es die erlösende Dusche und ein kurzes Nickerchen.

Ich fahre dann noch mal nach Bremen rein, um mich mit meinen Freund Andreas zu treffen. Nach einem schönen Abend geht es dann wieder zurück und dann auch zeitig ins Bett.

Erkenntnis des Tages: Man kann einen ganzen Tag wandern und schafft es doch nur von Vorort zu Vorort.

17.08.2021: Tag 4 – Von Steinfeld nach Lilienthal (31,5km)

Um kurz nach sieben Uhr erreiche ich mit dem Taxi meinen Startpunkt. Der Fahrer war heute bedeutend angenehmer und günstiger noch dazu. mit leichten Regen mache ich mich auf dem Weg.

Der Weg führt durch einen Wald, gefolgt von einem Feldweg. Weniger Später hört der Regen auf und ich kann das Cape ausziehen.

Es ist heute eher stürmisch und der Wind lässt die Sonnenblumen, an denen ich vorbeikomme tanzen.

In Narthauen komme ich an einem Sägewerk vorbei und schaue einen Moment zu, wie die entrindeten Bäume über eine Fördereinrichtung ins Sägewerk gezogen werden.

Der Weg geht nun zwischen den Hauptarmen der Wümme entlang, ich sehe zwei Störche, die in den Wiesen nach Fröschen & Co. suchen und kreuze meinen Weg mit dem eines Rehs.

Gegen Mittag treffe ich in Fischerhude ein, schaue mir die dortige Kirche an und gönne mir ein Stück Torte (ich muss aufpassen, dass das nicht zu Gewohnheit wird, aber die hausgemachte Eierlikör-Nuss-Torte war aber auch lecker) in einem urigen Lokal, wo lauter Puppen mich von der Fensterbank anstarren.

Ich bin gerade wieder los, da erreicht mich die Nachricht, dass die Herz-OP meines Vaters gut verlaufen ist. Beschwingt von dieser Nachricht laufe ich an Kuhweiden und Maisfeldern vorbei.

Das letzte Stück bis zu meiner heutigen Schlafunterkunft verkauft auf einem kaum erkennbaren Pfade quer durch Wiesen, wo ich wieder sechs Störche sehe. (Scheint ne beliebte Ecke zu sein)

Das Pilgerzimmer ist heute wieder ein Ereignis: Der „Herbergsvater“ Vincent hat ein Blockhaus aus dicken Baumstämmen, welches eine sehr warme Atmosphäre schafft. Bevor ich meiner Feierabendroutine nachkomme frage ich Vincent bei einer Tasse Tee aus wie es zu den urigen Haus und zu der Pilgerunterkunft gekommen ist. Nach einem Feier zur Weihnachtszeit brannte das historische Bauernhaus ab und Vincent baute aufgrund seines Norwegen-Faibles das Blockhaus, welches er auch als Gemeinschaftsstätte für handwerkliches Arbeiten nutzt (seit über 40 Jahren zieht er unter anderem Kerzen).

Ich rechne heute zum ersten Mal genau die komplette Strecke nach und muss feststellen, dass ich mich mit dem Ziel Speyer ziemlich übernommen habe. Naja, ich lauf soweit wie ich komme, das war von Anfang an der Plan.

Erkenntnis des Tages: In einem Tag kann ne ganze Menge drin stecken.

16.08.2021: Tag 3 – Von Oersdorf nach Steinfeld (29,0km)

Ich wache gegen halb sechs von Hahnengeschrei auf, anstatt wie erwartet vom Regen. Ein Blick auf die Wetter-App verrät, dass der Regen erst am Vormittag beginnen wird. Und so nutze ich die Gunst der Stunde und bin bald darauf auf dem Weg.

Der Weg geht mehrere Kilometer gerade aus im stetigen Wechsel zwischen Feldern und Waldstücken. Ich beobachte die Schwalbenschwärme auf ihrer Jagt nach begegne bis auf einem Hasen bis Heeslingen niemanden.

Der weitere Weg geht durch ein schönes Waldgebiet entlang eines Bachs und komme wieder an einem Wegweiser Richtung Santiago de Compostela vorbei.

Gegen halb elf erreiche ich Zeven, wo ich übernachten werde und gönne mir in einem Café ein Stück Kuchen, als der Regen einsetzt und zwar so heftig, dass ich schon fürchte heute nicht mehr weiter laufen zu können.

Nach einer Stunde lässt der Regen aber Gott sei Dank nach und ich stapfe im Regencape weiter.

Der Regen hört phasenweise auf und ich habe schon die Hoffnung trockenen Fusses in Steinfeld anzukommen, soll aber nicht so sein: Ich komme mit aufgeweichten Schuhen bei der historischen Grabstätte ins weniger später an einer Bushaltestelle an.

Erst der dritte Taxianbieter schickt mir ein Taxi, auf dass ich vierzig Minuten warten muss und ich steige durchgefroren ins Auto. Der Taxifahrer erfüllt leider alle Klischees: Gas-Bremse-Fahrstil, telefonieren am Steuer und Stammtischparolen zur Coronapolitik. Entnervt steige ich 40€ ärmer in Zeven aus. Kaufe noch schnell im Supermarkt ein und bewege mich zur Unterkunft.

Die Unterkunft ist nett und ich habe sie wieder für mich alleine. Erst mal heiß duschen, Wäsche waschen und was essen. Und schon sieht die Welt wieder anders aus.

Erkenntnis des Tages: Ich kann das Genöle zu den Corona-Maßnahmen echt nicht mehr hören.

15.08.2021: Tag 2 – Von Wedel nach Oersdorf (31,9km)

Mit etwas steifen Gliedern und noch nicht ganz wach, mache ich mich mit der S-Bahn auf Richtung Wedel. Mit der Fähre setze ich über und freue mich, dass der Regen aufhört.

Von Grünendeich geht es dann auf dem Deich entlang, links die Lühe, rechts die schön gepflegten Reetdächer.

Wie ich in Steinkirchen lerne wurde die Marschregion im 12.Jahrhundert von niederländischen Kolonisten nutzbar gemacht.

Als ich an einem Bauernhaus vorbei komme, auf dem der Satz „Ditt hus is min un doch nich min, de no mi kumt nennt ock se noch sin“ muss ich unweigerlich an das Buch Altes Land von Dörte Jansen denken (sehr empfehlenswert nebenbei)

Nach einer kurzen Rast in Horneburg geht es weiter, der Weg verläuft jetzt im Wechsel zwischen Wald, Weizen- und Maisfeldern.

Kurz vor Harsefeld ist der Weg gesperrt, aber wie so oft hat der Pilgerweg schon Hilfe bereit gestellt. Diesmal in Form von zwei Spaziergängerinnen, die auch den Jakobsweg in Spanien gelaufen sind und mir erklären, wie ich wieder auf den rechten Weg komme.

Bei dem sonnigen Wetter wird mein Wasser knapp. Da heute Sonntag ist, ist alles auf dem Weg geschlossen: Supermärkte, Cafés, Bars. Meine Flasche ist leer, als ich die Preisanzeige einer Tankstelle erblicke… Thanks again St. Jakob. 🙂

Die letzten zehn Kilometer nach Harsefeld laufe ich ohne Pause durch, da ich nicht so spät beim Zimmer in Oersdorf ankommen möchte.

Als ich in die Einfahrt einbiege, kommt mir schon die sehr freundliche Herbergsmutter entgegen und bring mich zu dem „Zimmer“. Ich bin hin und weg: Ich hab die Unterkunft für mich alleine die ist größer als meine eigene Wohnung! Das Abendessen steht im Kühlschrank vorbereitet, genauso wie mein Frühstück. Was für ein toller Tag.

Erkenntnis des Tages: Wenn es läuft, dann läuft es.

14.08.2021: Tag 1 – Von zu Hause nach Wedel (31,2km)

Endlich geht es los. Die Reise, die ich vor einem Jahr beginnen wollte und die wegen der Pandemie verschoben werden musste, beginnt….und das ziemlich unspektakulär in der Früh. Die Wandse entlang erreiche ich schnell die Alster und wenig später stehe ich auch schon vor der Jacobi-Kirche.

Mein Weg führt Richtung Hafen und ich lasse dabei die Elbphilharmonie, die Landungsbrücken und den Stress der letzten Wochen hinter mir. Bei der Fischauktionshalle habe das Lied „Here comes the sun“ von den Beatles im Ohr und dazu kommt die Sonne durch. Passt.

Mit dem Geruch von Fisch in der Nase verlasse ich die Große Elbstraße und ziehe weiter Richtung Elbstrand, wo in den Strandbars schon die ersten Menschen bei Ihrem Kaffee sitzen.

In Teufelsbrück mache ich Pause und lass mir die Sonne auf den Pelz scheinen, bevor ich weiter auf dem zwar schönen, aber doch unspektakulären Weg über Nienstedten, Blankenese nach Wedel laufe.

Etwas erschöpft komme ich gegen 14:00 Uhr am Anleger Willkomm Höft an, wo ich morgen mit der Fähre übersetzen werde. Eine Dreiviertelstunde später erreiche ich den Bahnhof von Wedel und kriege in einem Kiosk meinen ersten, etwas nüchternen Stempel in meinen Pilgerpass. Jetzt aber nach Hause, die Dusche wartet. 😉

Erkenntnis des Tages: Große Reisen fangen meist unaufgeregt an.