23.07.203: Tag 30 – Von Mainz nach Oppenheim (29,5km)

Nach dem Frühstück geht es erst bergab ans Wasser und dann ein Stück den Rhein entlang. Das rechte Knie hat mir den gestrigen Tag etwas übel genommen, beruhigt sich aber mit der Zeit.

Ich laufe lange um einen stillgelegten Steinbruch herum, bevor es weiter bergauf in die Weinhänge geht. Es ist heute bedeckt und es weht ein leichter Wind wofür ich seeeehr dankbar bin, denn irgendwas schattenspendendes suche ich heute vergebens.

Gegen halb eins erreiche ich Nackenheim, mache dort Mittagspause und stelle fest, dass ich auch diesmal mir Blasen gelaufen hab (diese verdammten zarten Beamtenhände! Die Füße haben übrigens nix!).

Es geht weiter durch schier endlose Weinberge. Nach Nierheim erwartet mich dann auf den letzten drei Kilometern eine so öde Landschaft, dass sie auch gut in einen Mad-Max-Film hätte vorkommen können.

Im Hotel (ein ehemaliges Amtsgericht) schmeiß ich meine Rucksack nur kurz in eine Ecke und laufe zu Katharinenkirche, wo ich noch einen Stempel für meinen Pass bekomme und die schönen Buntglasfenster bewundern kann, bevor die Kirche für heute schließt.

Nachdem dem Wäsche waschen schau ich mir noch die Altstadt von Oppenheim an, esse zu Abend und packe für den Rest des Abends die Beine hoch.

22.07.2023: Tag 29 – Von Bingen am Rhein nach Mainz (35,0km)

680 Tage später und mit neuen Schuhen ausgerüstet, geht es nun endlich weiter. Nach der gestrigen langen Sitzen bei der Anreise mit der Bahn (natürlich mit fast zwei Stunden Verspätung) schreien meine Beine fast nach Bewegung.

Es geht erstmal ein Stück am Rhein entlang, durch Auen, wo Rehe, Kaninchen und Störche meinen Weg kreuzen, sonst aber für mich allein bin.

Über Feldwege komme ich gegen halb elf in Ingelheim am Rhein an, ein Café für einen Kaffee suche ich hier leider vergebens. Nachdem ich mir die Kirchen, die auf dem Weg liegen, angeschaut habe, verlasse ich Ingelheim mache mache ich kurze Zeit später eine Rast auf einer Bank.

Der Rest des Weges bis Mainz ist so spektakulär unspektakulär, dass ich mir große Pausen schenke und um 16 Uhr durchgeschwitzt und erschöpft am Hotel in Mainz ankomme.

Nach der erlösenden Dusche begebe ich mich in die Innenstadt, um meinen ersten Stempel beim St.Martin Dom abzuholen und mir noch ein wenig die Stadt anzuschauen, die von sehr viel Altrosa geprägt ist.

St. Martin Dom

Das Abendessen nehm ich in einem afrikanischen Restaurant ein, bevor ich den Abend auf dem Volksfest ausklingen lasse, dass hier gerade stattfindet. Das war schon mal ein guter erster Tag. So kann es weiter gehen.

Mainzer Schloss

10.09.2021: Tag 28 – Von Trechtingshausen nach Bingen am Rhein (11,2km)

So. Letzter Tag. Beginn mit einem schlechten Frühstück und einem Kaffee, bei dem nicaraguanische Kaffeebauern das Weinen anfangen würden. Kurz vor neun steige ich in Trechtingshausen aus dem Zug kraxelndes letzte Mal den Berg rauf.

Und natürlich schaffe ich es noch am letzten Tag einmal schön lange in die falsche Richtung zu laufen. (Manche Dinge ändern sich nie)

Ich genieße noch mal den Ausblick auf Bingen, bevor ich dann den Abstieg antrete und mich auf zur St. Hildegardkirche mache, wo ich meine Pilgerreise für dieses Jahr beende.

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an alle, die mich die ca. 800km auf diesem Blog und den sozialen Medien begleitet haben. Es hat mir sehr viel Freude bereitet zu sehen, wieviele Menschen an meiner Reise Anteil genommen haben und es hat mich zusätzlich motiviert den einen Fuß vor den anderen zu setzen (besonders, wenn diese nicht so wollten wie ich).

Für dieses Jahr ist nun Schluss, aber die Reise und dieser Blog werden an entsprechender Stelle fortgesetzt. Bis dahin alles Liebe und jedem einen guten Weg.

09.09.2021: Tag 27 – Von Bacharach nach Trechtingshausen (21,1km)

Die Sonnencremetube ist leer, als ich fertig eingecremt bin. Meine Reise neigt sich für dieses Jahr immer mehr dem Ende.

Als ich wieder oben auf dem Berg angekommen bin, merke ich, dass ich noch immer etwas angeschlagen bin. Aber heute ist ja schon eine kürzere Strecke und so beiße ich die Zähne zusammen.

Es geht wieder viel durch Weinberge und während ich in der Sonne schwitze, ploppen viele Kindheitserinnerungen in meinem Kopf auf, die sich aber auch schnell verflüchtigen.

In Niederheimbach, ein Ort in dem erschreckend viele dauerhaft geschlossenen Geschäfte sind, gönne ich mir noch ein Mittagessen am Rhein, bevor der Aufstieg des Tages beginnt.

Die erste Hälfte bis zum Aussichtspunkt liegt schnell hinter mir, dann wird aber der Weg steiler und ich frage mich ernsthaft, warum der nächste Abschnitt Rentnersteig heißt. (Was sollen das für Rentner sein? Ehemalige Hochleistungssportler?)

Ich stoße auf eine große Raupe, die ebenfalls nach oben will. Wahrscheinlich muss sich noch den Apfel, die zwei Birnen und die drei Orangen abarbeiten, bevor sie sich an die vier Pflaumen ran macht (denn satt ist sie immer noch nicht).

Endlich oben angekommen gönne ich mir eine Pause. Diese währt aber nicht lange , da mich das aufziehende Gewitter mit seinem lauten Donnern doch stark motiviert, seeeeehr zügig, aber auch trocken, den Abstieg nach Trechtingshausen in Angriff zu nehmen und mit dem Zug nach Bingen zu fahren.

Nach dem Bezug des Hotels und der Dusche schaue ich mir noch Bingen an, mache meinen Schlusspunkt für morgen aus und esse in einem kleinen Restaurant zu Abend.

Morgen geht es dann mit dem Zug zurück nach Trechtingshausen, um die letzte Etappe für dieses Jahr in Angriff zu nehmen.

Erkenntnis des Tages: Berab geht es doppelt so schnell runter, wenn man Angst hat von Blitz getroffen zu werden.

08.09.2021: Tag 26 – Von St. Goar nach Bacharach (24,2km)

Ich wache mit Halsschmerzen auf, muss mich gestern wohl verkühlt haben. Nützt ja nix, also los. Der Aufstieg ist wieder steil, aber der Sonnenaufgang über den Rhein entschädigt die Strapazen.

Der Weg führt An der Lorelei vorbei und bietet wieder mehrere schöne Ausblicke in das Tal.

Die Strecke ist heute wesentlich einfacher ne führt über freies Gelände, was zu den letzten Tagen eine willkommene Abwechslung ist.

Bevor der Abstieg nach Oberwesel beginnt komme ich noch durch einen Skulpturenpark, wo mir Trolle aus Schrott entgegenstarren.

In Oberwesel gönne ich mir eine zweite Frühstückspause, hol mir einen Stempel und dann beginnt der Aufstieg zur Schloss Schönburg.

Da ich im Ort keinen Supermarkt finden konnte, versuche ich im Hotel im Schloss Wasser zu kaufen. Die Empfangsdame schenkt mir kurzerhand eine Flasche und ich kann beruhigt weiter. Das schöne am Pilgern ist, dass man das Vertrauen in die Menschheit wiederkriegt.

Im stetigen auf und ab geht es weiter, wobei ich das Waldstück schnell hinter mir lasse und durch die Weinstöcke weiter wandere.

Gegen halb drei erreiche ich dann den Aussichtspunkt nach Bacharach, dem heutigen Ziel und ich bin froh, dass der Abstieg durch Treppen erfolgt.

Frisch geduscht gehe ich auf die erfolgreiche Jagd nach einem Stempel für meinen Pass, ersteigere zwei Flaschen Apfelschorle und falle überraschenderweise total erschöpft aufs Bett, als ich zurück in der Pension bin.

Es erweist sich wieder als etwas schwierig im Ort ein Abendessen in einem Restaurant zu bekommen, werde dann aber doch noch in einem Café fündig und lasse dann den Abend bei einer Weinschorle ausklingen.

Erkenntnis des Tages: Früher Hunger erleichtert die Abendessenjagd.

07.09.2021: Tag 25 – Von Boppard nach St. Goar (24,5km)

Es hat sich ein dicker Nebel über Boppard und die Umgebung gelegt. Mühsam starte ich den ersten steilen Aufstieg und wünschte mir, ich hätte doch im Hotel gefrühstückt.

Nach der Frühstückspause oben auf dem Berg geht es dann durch den Nebel weiter und wie dem Nichts kommen mir vereinzelte Spaziergänger entgegen.

Beim ersten Abstieg sind an diversen Bäumen Fotografien und kleine Spielzeuge angenagelt, was gepaart mit dem Nebel eine echt unheimliche Atmosphäre schafft. Ich bin froh, als ich diesen Abschnitt hinter mir lasse.

Die Sonne kommt durch und ich kaufe in Hirzennach noch mal Wasser bevor es wieder bergauf geht.

Schwitzend und erschöpft komme ich oben an und werde wieder mit einem wunderschönen Panoramablick belohnt.

Der weitere Weg geht im sportlichen Auf und Ab auf schmalen Wegen am Hang entlang.

Die heutige Strecke ist, wie die gestrige, echt eine Herausforderung und ich bin froh, als ich in der Mittagshitze den Abstieg nach St. Goar antrete und noch einen Blick auf Burg Rheinfels ergattere.

Sehr routiniert wird die Wäsche gewaschen, eingekauft und der Stempel in den Pass gedrückt, so dass ich um fünf Uhr auf einer Parkbank sitze und lese, während meine Wäsche in der Sonne trocknet.

Ich bin etwas überrascht, als um 18:00 Uhr schon die ersten Restaurant schließen und kriege aber noch in einem asiatischen Imbiss eine warme Mahlzeit. Es bleibt noch ein Feierabendspaziergang, bevor ich mich auf mein Zimmer zurückziehe.

Erkenntnis des Tages: Ohne Mampf kein Kampf.

06.09.2021: Tag 24 – Von Koblenz nach Boppard (26,3km)

Kurz nach sieben Uhr, ab auf dem Weg, ab in den Wald und ab den Berg hoch.

Es ist noch angenehm kühl, als ich den ersten Aussichtspunkt erreiche und mich auf zum ersten Hochpunkt des Tages mache. Dort angekommen mache ich durchgeschwitzt eine Rast, als ein Wanderer mit Dackel vorbei kommt. Auf meine Aussage, dass ich dem Dackel wegen seiner kurzen Beine so eine Wanderung gar nicht zugetraut hätte, antwortet der Typ: „Er weiß ja nicht, dass er klein ist, in seiner Welt ist er der Größte!“ Dieser Satz begleitet mich in Gedanken den weiteren Tag.

Der Weg führt nun über freies Gelände und langsam wird es immer wärmer.

Gegen Mittag erreiche ich den Königsstuhl nahe Rhens, welcher im 14. Jh. für die Wahl des Königs errichtet wurde, dafür aber nie genutzt wurde. (Geldverschwendung, gab es also schon damals)

In Rhens bekomme ich in einem Hotel meinen Stempel, nachdem die Touristeninformation mir die Tür vor der Nase zugeschlagen hat (ich war fünf Minuten zu spät), und kaufe noch Proviant und Wasser ein, bevor ich die zweite Teiletappe angehe.

Und die hat es echt in sich: brütende Hitze, kaum Schatten, stetiger Aufstieg und Fliegen, die ständig um mein Gesicht fliegen.

Recht entnervt komme ich an einem Aussichtspunkt an, wo man eine schöne Schleife des Rheins sehen kann und für einen Moment bin ich wieder gut gestimmt, und ignoriere die Seilbahn, die einem zurück ins Tal bringt. Böser Fehler.

Ich bin schon recht platt und starte den Abstieg, der mit der Zeit immer steiler und steiniger wird. Während ich versuche mir nicht alle Gräten zu brechen, schimpfe ich innerlich auf meine blöde Sturheit und sehe wie die Rentner entspannt an mir vorbei schweben (Mit dem Alter kommt halt die Weisheit).

Auf halber Strecke kann ich dann noch zwischen Kletter- und Wandervariante wählen. Unnötig zu erwähnen, dass ich mich für die Wandervariante entschieden habe.

Unten in Boppard heil angekommen ergattere ich auf dem Weg zum Hotel noch meinen zweiten Stempel für heute und freue mich wahnsinnig auf die Dusche.

Heute habe ich wieder Gesellschaft zum Abendessen durch meinen Bekannten Holger, der aus Koblenz gekommen ist. Wir quatschen über alles mögliche, bis das Lokal schließt und ich tingle zufrieden Richtung Bett.

Erkenntnis des Tages: Nächstes Mal nehm ich die Seilbahn.

05.09.2021: Tag 23 – Von Andernach nach Koblenz (31,0km)

Heute lässt die Tierbegegnung, die ich fast täglich habe, nicht lange auf sich warten. Diesmal in Form einer Eidechse, auf die ich fast drauftrete und die einfach stehen bleibt anstatt wegzurennen (Im Sommerurlaub zu Kinderzeiten waren die unmöglich zu fangen und nun sowas)

In der noch anhaltenden Morgenkühle führt der Weg an Feldern mit Zuckerrüben, Johannisbeeren, Kirsch-, Fliederbeer- und Apfelbäumen und Weinstöcken vorbei. Es ist irgendwie so, als wolle der Weg zeigen, was die deutsche Landwirtschaft zu bieten hat.

Wie in der Wegbeschreibung angekündigt geht es heute mehrmals steil bergauf und mit steigender Sonne bekomme ich eine Glanzschicht aus Sonnencreme und Schweiß.

In Mülheim-Kärlich hab ich Glück und ersteigere trotz Sonntag in einem Restaurant zwei Flaschen Wasser (mein Verbrauch heute ist wieder etwas erschreckend) und gönne mir dann eine Mittagspause unter einem schattigen Walnussbaum.

Es folgt der letzte Anstieg für heute und von der Landschaft und dem Wetter könnte ich gerade nicht sagen, ob ich in Deutschland oder Spanien wandere.

Es folgt der Abstieg mit einem Panoramablick auf Güls und Koblenz.

Nachdem ich die Mosel überquert habe, geht es die letzten fünf Kilometer für heute an der Promenade bis zum Deutschen Eck entlang. Dabei treffe ich immer wieder auf Jakobsweg-Denkmale.

Bei strahlender Sonne erreiche ich das Reiterdenkmal von Kaiser Wilhelm II. bevor ich den Weg zum Hotel antrete und mir erst mal den Schmutz vom Körper wasche.

Beim anschließenden Sightseeing hab ich leider Pech und bekomme in keiner der Kirchen einen Stempel, so dass ich mich mit dem von der Touristeninformation begnügen muss.

Nach einem mäßig leckeren Abendessen bei einem türkischen Imbiss geht es dann wieder ins Hotel, es langt für heute

Erkenntnis des Tages: Langsam kommt die Wandersättigung.

04.09.2021: Tag 22 – Von Bad Godesberg nach Remagen (Andernach) (28,1km)

Überraschung: Ich geh heute wieder wandern! Okay, das ist jetzt mittlerweile nicht so neu, dass ich heute aber etwas lustlos bin und mich leicht matschig fühle aber schon.

Heute Vormittag ist es ein häufiges auf und ab und so wirklich kann ich die Morgensonne nicht so genießen, denn ich komm ganz schön ins schwitzen.

Am späten Vormittag sehe ich mich mit mehreren Bäumen konfrontiert, die mir den Weg versperren.

Mit mangelnder Eleganz geht es über den ersten Baumstamm. Soweit so gut. Natürliche rutsche ich DANACH im Morast aus und saue mir Arme und Beine ein.

Da ist es nicht wirklich erbauend, dass noch weitere neun Bäume auf mich warten.

Mit Kreislauf und Nerven, die am Ende sind, komme ich in einer Schutzhütte an und gönn mir was zu essen und schütte einen Großteil meines Wasser in mich hinein. Nachdem ich einem Wanderpärchen beim Weg helfen kann (Gute Tat für heute erledigt), geht es weiter durch den Wald, während sich meine Wasservorräte erschreckend dem Ende nähern.

In einem Ort namens Unkelbach frage ich eine Frau mit heraushängender Zunge, ob man hier was zu trinken kaufen kann. Sie verweist mich auf einen kleinen Supermarkt, der wahrscheinlich schon zu hat, oder auf den naheliegenden Bach… (ich hätte ja angeboten die Wasserflasche aufzufüllen bei den heissen Temperaturen aber nun gut)

Ich versuche mein Glück beim Supermarkt, der wirklich schon geschlossen hat, aber der Hüne von Ladenbesitzer, der gerade einräumt, hat dann doch Mitgefühl und verkauft mir zwei Flaschen Wasser. Die eine trinke ich noch Vorort aus, die zweite kommt an den Rücksack.

Es folgt der letzte Aufstieg für heute und ich treffe drei junge Frauen, die ich vorher schon an einem Rastplatz gesehen habe. Nach einer netten Unterhaltung beschließen wir die letzten Kilometer nach Remagen zusammen zu gehen. Die drei treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Wandern und sind eine sehr angenehme Gesellschaft.

An der St.Apollinaris-Kirche trennen sich dann aber unsere Wege, da ich noch versuchen will hier einen Stempel zu bekommen.

Die Kirche ist mit ihren Frescen eine der schönsten Kirchen des bisherigen Weges. Eine nette Nonne gibt mir einen Stempel und bestätigt mir, dass das Ahrtal auch in Sintzig stark verwüstet ist. So bleibe ich bei meiner Entscheidung, die Strecke von Remagen nach Andernach auszulassen. (Es fühlt sich einfach zu sehr nach Katastrophentourismus an und den finde ich einfach schlimm).

Mit der Rheinbahn, und damit nicht vom Bahnstreik betroffen, fahre ich nach Andernach und bin Positiv überrascht, wie schön die Stadt mit Ihrer Stadtmauer und den vielen Sandsteingebäuden ist.

Auf dem Weg zum Hotel ergattere ich sogar einen zweiten Stempel im Marien-Dom, das Glück ist wieder an meiner Seite.

Schnell wird geduscht, die gewaschene Wäsche in die Sonne gestellt und dann ab zum Abendessen, ich hab Hunger wie ein Bär.

Rundum zufrieden schlendere ich noch durch die Stadt und lasse den Abend bei einem kleinen Spaziergang an der Rheinpromenade mit Abendsonne ausklingen.

Erkenntnis des Tages: Am End wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende (Ja ja, ich weiß, dass das geklaut ist!!!)

03.09.2021: Tag 21 – Von Wesseling nach Bad Godesberg (30,2km)

Beim Frühstück insistiert die resolute Wirtin, dass ich mir Brötchen für den Weg schmieren und ordentlich essen soll, damit ich Kraft für den Weg habe. Ich wage nicht zu widersprechen. Ich bin etwas baff, als sie mir erzählt, dass sie schon 82 Jahre alt ist (sie sieht aus wie Anfang 60) und mit ihren Mann schon das Hotel seit über 50 Jahren führt.

Gestärkt geht es bis nach Bonn am Rhein entlang, auf dem sich wieder der Morgennebel recht lang hält.

Auf halber Strecke versperrt mir eine Ziege den Weg und so komme ich mit der Besitzerin ins Gespräch, die wenige Meter weiter Hühner füttert und mehr zu meiner Reise wissen will.

Ich hab heute gefühlt Siebenmeilenstiefel an und so bin ich schon um halb elf in Bonn, der Geburtsstadt von Ludwig van Beethoven.

Der Dom ist zwar wegen Rennovierung geschlossen, aber ich hab wieder Glück und treffe im Kreuzgang einen Kirchenmitarbeiter, der mir einen Stempel gibt.

Nach einer kurzen Sightseeing-Runde gönne ich mir noch einen Eisbecher, bevor ich die zweite Hälfte des Weges antrete.

Es geht noch mal bergauf auf den Venusberg durch einen Mischwald und nach acht Kilometern dann wieder bergab nach Bad Godesberg.

In Bad Godesberg, wo im Gegensatz zu Wesseling das Leben pulsiert, kaufe ich für morgen ein und stehe vor dem Problem, dass für die nächste Etappe keine Unterkunft zur Verfügung steht. Ich treffe morgen auf das Ahrtal und ich muss schauen, wie es weitergeht. Ich habe alternativ schon im nächsten Ort mit Bahnanschluss ein Zimmer gebucht und hoffe auf das Beste.

Erkenntnis des Tages: es bewahrheitet sich immer wieder, wer rastet, der rostet.