22.04.2026: Tag 96 – Von Aulla nach Sarzana (17,0km)

Gegen sechs Uhr beginnt das Geraschel im Schlafsaal und auch wir stehen auf und machen uns langsam fertig. Der kleine Zeh, der mir gestern zunehmend Probleme bereitet hat, wird in Blasenpflaster und Tape gewickelt und dann geht es erst mal in die nächste Bar zum Frühstücken.

Wir haben zwar nicht so viele Kilometer vor uns, dafür aber wieder einiges an Höhenmeter mit steilen Anstiegen. Gleich zu Anfang heißt es deswegen auch Tempo raus, durch die Nase ein- und durch den Mund wieder ausatmen.

Ungefähr auf Hälfte des Aufstiegs öffnet sich das Gelände und wir wandern an gelben Besenginstern vorbei, bis wir den Ort Bibola erblicken, der eher nach einer Burg aussieht, so wie die Häuser angesiedelt sind.

Mit frisch gefüllten Wasserflaschen machen wir uns an die zweite Hälfte des Aufstiegs und die hat es ganz schön in sich. Steile steinige Aufstiege wechseln sich mit flacheren engen Pfaden ab und das bei hoher Luftfeuchtigkeit. Pilgern für Fortgeschrittene.

Wir sind ziemlich glücklich, als wir gegen 11 Uhr das Plateau erreichen und treffen hier auch das niederländische Pilgerpaar Johann und Jovete (?) wieder, dass wir gestern in der Herberge kurz kennengelernt haben.

Der Abstieg beginnt erst recht flach durch den Wald, aber hier fängt mein linker Zeh zunehmend an Ärger zu machen und wir kommen nicht so schnell voran, wie wir könnten.

Mit der Zeit ändert sich das Landschaftsbild und wir wandern durch eine offene Landschaft mit Pinien, mediterran halt. Leider wird es auch steiler, was der Zeh zunehmend kommentiert.

Die letzten Kilometer bis zum Ziel wandern wir stoisch durch die Sonne. Von einem älteren Italiener, der kein Englisch spricht (und wir kein Italiensch) bekommen wir nach einigen Ansätzen den Rat, einen kleinen Umweg zu laufen, da eine Brücke gesperrt ist. Ich bin ziemlich durch, als wir unser sehr schönes Zimmer in Sarzana beziehen.

Nach einer Dusche und etwas ruhen machen wir uns dann aber erst mal dazu auf einen Stempel zu ergattern und neuen Proviant einzukaufen.

Wir machen uns abends noch mal los für die obligatorische Pizza zum Abendessen und dann lassen wir den Abend mit einem kleinen Spaziergang ausklingen…. nix da! Ich hab die Füße kaputt. Ab aufs Bett und nichts tun.

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