Wir haben beide heute schlecht geschlafen. Christian, weil das Bett zu unbequem war, ich, weil ich bei der Planung der Übernachtung für morgen nix gefunden habe. Egal. Wir machen uns gegen sieben Uhr auf den Weg.

Nachdem wir Fidenza mit einem Croissant in der Hand verlassen haben, bewegen wir uns auch endlich mal wieder abseits einer Landstraße, dafür gibt es jetzt auch die ersten Anstiege, die uns ganz schön zum Schnaufen bringen.


Gegen 10 Uhr machen wir in Costamezzana eine Trinkpause, wo der freundliche Barbesitzer sagt, er habe uns schon heute Morgen in Fidenza gesehen und lässt uns sich in sein Pilgerregister eintragen (Nr. 53 und 54 für dieses Jahr).


Es geht weiter bergauf, was grundsätzlich nicht so schlimm wäre, wenn wir auch ein wenig Schatten bei dem schönen Wetter hätten. So aber sind wir ziemlich durchgeschwitzt, als wir in Celle ankommen und dort an einer Kirche zu Mittag essen.


Es gilt dann eine Furt zu überwinden (dieses Mal auch nicht überflutet) und dann beginnt der letzte Anstieg des Tages.

Hier holt uns dann die britische Pilgerin Diane ein. Die nette Ärztin, die in Fast-Rente ist, ist in Canterbury gestartet und hat einen ziemlich zügigen Schritt drauf. Von ihr erfahren wir, dass mittlerweile die Mehrheit der Briten sich wieder einen Beitritt zu EU wünscht und was dieser für Auswirkungen für die Briten hatte und welche Wanderwege sie schon alle bezwungen hat. Wir trennen uns an einer Kreuzung, wo wir zu unserem B&B in Medesano abbiegen, Diane übernachtet noch einen Ort weiter.

Kurz vor unserem B&B fährt ein Polizeiauto an uns ran. Die Polizisten wollen uns eigentlich nur einen guten Weg wünschen, aber ich nutze die Gelegenheit, sie nach unserem B&B zu fragen, da wir es nicht wirklich finden. Fünf Minuten, nachdem die Polizei weg ist und wir weitergesucht haben, kommt unsere Vermieterin angefahren. Die Polizei war zu ihr gefahren und hatte gesagt, dass wir herumirren. Sie fährt uns zu ihr nach Hause und auf uns wartet ein tolles Zimmer und ein noch schöneres Bad.


Frisch geduscht laufe ich noch nach Medesano rein, um uns einen Stempel in unsere Pässe zu besorgen und Proviant einzukaufen. Die Besitzerin Bona hilft uns freundlicherweise beim Finden einer Unterkunft für morgen. Katastrophe abgewendet.

Wir entspannen uns etwas, bis es Zeit fürs Abendessen wird, das Bona für uns gekocht hat und uns in einem kleinen Glashaus serviert. Wir sind beide etwas sprachlos, dass wir ein sehr leckeres 4-Gänge-Menu erhalten.





Sehr satt und sehr zufrieden ziehen wir uns nach dem Kaffee zurück und legen die Füße hoch. Die morgige Bergetappe wird es in sich haben.