Um kurz nach sieben Uhr erreiche ich mit dem Taxi meinen Startpunkt. Der Fahrer war heute bedeutend angenehmer und günstiger noch dazu. mit leichten Regen mache ich mich auf dem Weg.

Der Weg führt durch einen Wald, gefolgt von einem Feldweg. Weniger Später hört der Regen auf und ich kann das Cape ausziehen.

Es ist heute eher stürmisch und der Wind lässt die Sonnenblumen, an denen ich vorbeikomme tanzen.

In Narthauen komme ich an einem Sägewerk vorbei und schaue einen Moment zu, wie die entrindeten Bäume über eine Fördereinrichtung ins Sägewerk gezogen werden.

Der Weg geht nun zwischen den Hauptarmen der Wümme entlang, ich sehe zwei Störche, die in den Wiesen nach Fröschen & Co. suchen und kreuze meinen Weg mit dem eines Rehs.

Gegen Mittag treffe ich in Fischerhude ein, schaue mir die dortige Kirche an und gönne mir ein Stück Torte (ich muss aufpassen, dass das nicht zu Gewohnheit wird, aber die hausgemachte Eierlikör-Nuss-Torte war aber auch lecker) in einem urigen Lokal, wo lauter Puppen mich von der Fensterbank anstarren.


Ich bin gerade wieder los, da erreicht mich die Nachricht, dass die Herz-OP meines Vaters gut verlaufen ist. Beschwingt von dieser Nachricht laufe ich an Kuhweiden und Maisfeldern vorbei.


Das letzte Stück bis zu meiner heutigen Schlafunterkunft verkauft auf einem kaum erkennbaren Pfade quer durch Wiesen, wo ich wieder sechs Störche sehe. (Scheint ne beliebte Ecke zu sein)

Das Pilgerzimmer ist heute wieder ein Ereignis: Der „Herbergsvater“ Vincent hat ein Blockhaus aus dicken Baumstämmen, welches eine sehr warme Atmosphäre schafft. Bevor ich meiner Feierabendroutine nachkomme frage ich Vincent bei einer Tasse Tee aus wie es zu den urigen Haus und zu der Pilgerunterkunft gekommen ist. Nach einem Feier zur Weihnachtszeit brannte das historische Bauernhaus ab und Vincent baute aufgrund seines Norwegen-Faibles das Blockhaus, welches er auch als Gemeinschaftsstätte für handwerkliches Arbeiten nutzt (seit über 40 Jahren zieht er unter anderem Kerzen).


Ich rechne heute zum ersten Mal genau die komplette Strecke nach und muss feststellen, dass ich mich mit dem Ziel Speyer ziemlich übernommen habe. Naja, ich lauf soweit wie ich komme, das war von Anfang an der Plan.
Erkenntnis des Tages: In einem Tag kann ne ganze Menge drin stecken.
Verrechnet is gut. Der Weg ist das Ziel oder wie war das?? Viel Spaß weiterhin.
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Komm gut weiter auf Deinem Weg, Jan.
Ich freue mich für Dich, dass besorgende Gedanken nach und nach zurückgelassen werden können, und sich der Weg somit weiter öffnet.
Ich folge 😊
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Tolle Eindrücke. Ich krieg schon wieder Lust 😌 Dicken Knutsch.
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Hallo Jan ,
Das sieht richtig gemütlich aus. Da bekommt man Lust auch mal zu pilgern.
Liebe Grüße Sandra
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