Überraschung: Ich geh heute wieder wandern! Okay, das ist jetzt mittlerweile nicht so neu, dass ich heute aber etwas lustlos bin und mich leicht matschig fühle aber schon.

Heute Vormittag ist es ein häufiges auf und ab und so wirklich kann ich die Morgensonne nicht so genießen, denn ich komm ganz schön ins schwitzen.


Am späten Vormittag sehe ich mich mit mehreren Bäumen konfrontiert, die mir den Weg versperren.

Mit mangelnder Eleganz geht es über den ersten Baumstamm. Soweit so gut. Natürliche rutsche ich DANACH im Morast aus und saue mir Arme und Beine ein.

Da ist es nicht wirklich erbauend, dass noch weitere neun Bäume auf mich warten.

Mit Kreislauf und Nerven, die am Ende sind, komme ich in einer Schutzhütte an und gönn mir was zu essen und schütte einen Großteil meines Wasser in mich hinein. Nachdem ich einem Wanderpärchen beim Weg helfen kann (Gute Tat für heute erledigt), geht es weiter durch den Wald, während sich meine Wasservorräte erschreckend dem Ende nähern.

In einem Ort namens Unkelbach frage ich eine Frau mit heraushängender Zunge, ob man hier was zu trinken kaufen kann. Sie verweist mich auf einen kleinen Supermarkt, der wahrscheinlich schon zu hat, oder auf den naheliegenden Bach… (ich hätte ja angeboten die Wasserflasche aufzufüllen bei den heissen Temperaturen aber nun gut)
Ich versuche mein Glück beim Supermarkt, der wirklich schon geschlossen hat, aber der Hüne von Ladenbesitzer, der gerade einräumt, hat dann doch Mitgefühl und verkauft mir zwei Flaschen Wasser. Die eine trinke ich noch Vorort aus, die zweite kommt an den Rücksack.
Es folgt der letzte Aufstieg für heute und ich treffe drei junge Frauen, die ich vorher schon an einem Rastplatz gesehen habe. Nach einer netten Unterhaltung beschließen wir die letzten Kilometer nach Remagen zusammen zu gehen. Die drei treffen sich regelmäßig zum gemeinsamen Wandern und sind eine sehr angenehme Gesellschaft.

An der St.Apollinaris-Kirche trennen sich dann aber unsere Wege, da ich noch versuchen will hier einen Stempel zu bekommen.

Die Kirche ist mit ihren Frescen eine der schönsten Kirchen des bisherigen Weges. Eine nette Nonne gibt mir einen Stempel und bestätigt mir, dass das Ahrtal auch in Sintzig stark verwüstet ist. So bleibe ich bei meiner Entscheidung, die Strecke von Remagen nach Andernach auszulassen. (Es fühlt sich einfach zu sehr nach Katastrophentourismus an und den finde ich einfach schlimm).


Mit der Rheinbahn, und damit nicht vom Bahnstreik betroffen, fahre ich nach Andernach und bin Positiv überrascht, wie schön die Stadt mit Ihrer Stadtmauer und den vielen Sandsteingebäuden ist.

Auf dem Weg zum Hotel ergattere ich sogar einen zweiten Stempel im Marien-Dom, das Glück ist wieder an meiner Seite.


Schnell wird geduscht, die gewaschene Wäsche in die Sonne gestellt und dann ab zum Abendessen, ich hab Hunger wie ein Bär.

Rundum zufrieden schlendere ich noch durch die Stadt und lasse den Abend bei einem kleinen Spaziergang an der Rheinpromenade mit Abendsonne ausklingen.




Erkenntnis des Tages: Am End wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende (Ja ja, ich weiß, dass das geklaut ist!!!)
Schöner Beitrag Jan!
Wasser kann man oft auch auf Friedhöfen u. ä. holen. An den meisten Hähnen, an denen die Schilder „kein Trinkwasser“ hängen, bekommt man Trinkwasser. Der Besitzer lässt diese nur nicht überwachen und beproben…
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