06.09.2021: Tag 24 – Von Koblenz nach Boppard (26,3km)

Kurz nach sieben Uhr, ab auf dem Weg, ab in den Wald und ab den Berg hoch.

Es ist noch angenehm kühl, als ich den ersten Aussichtspunkt erreiche und mich auf zum ersten Hochpunkt des Tages mache. Dort angekommen mache ich durchgeschwitzt eine Rast, als ein Wanderer mit Dackel vorbei kommt. Auf meine Aussage, dass ich dem Dackel wegen seiner kurzen Beine so eine Wanderung gar nicht zugetraut hätte, antwortet der Typ: „Er weiß ja nicht, dass er klein ist, in seiner Welt ist er der Größte!“ Dieser Satz begleitet mich in Gedanken den weiteren Tag.

Der Weg führt nun über freies Gelände und langsam wird es immer wärmer.

Gegen Mittag erreiche ich den Königsstuhl nahe Rhens, welcher im 14. Jh. für die Wahl des Königs errichtet wurde, dafür aber nie genutzt wurde. (Geldverschwendung, gab es also schon damals)

In Rhens bekomme ich in einem Hotel meinen Stempel, nachdem die Touristeninformation mir die Tür vor der Nase zugeschlagen hat (ich war fünf Minuten zu spät), und kaufe noch Proviant und Wasser ein, bevor ich die zweite Teiletappe angehe.

Und die hat es echt in sich: brütende Hitze, kaum Schatten, stetiger Aufstieg und Fliegen, die ständig um mein Gesicht fliegen.

Recht entnervt komme ich an einem Aussichtspunkt an, wo man eine schöne Schleife des Rheins sehen kann und für einen Moment bin ich wieder gut gestimmt, und ignoriere die Seilbahn, die einem zurück ins Tal bringt. Böser Fehler.

Ich bin schon recht platt und starte den Abstieg, der mit der Zeit immer steiler und steiniger wird. Während ich versuche mir nicht alle Gräten zu brechen, schimpfe ich innerlich auf meine blöde Sturheit und sehe wie die Rentner entspannt an mir vorbei schweben (Mit dem Alter kommt halt die Weisheit).

Auf halber Strecke kann ich dann noch zwischen Kletter- und Wandervariante wählen. Unnötig zu erwähnen, dass ich mich für die Wandervariante entschieden habe.

Unten in Boppard heil angekommen ergattere ich auf dem Weg zum Hotel noch meinen zweiten Stempel für heute und freue mich wahnsinnig auf die Dusche.

Heute habe ich wieder Gesellschaft zum Abendessen durch meinen Bekannten Holger, der aus Koblenz gekommen ist. Wir quatschen über alles mögliche, bis das Lokal schließt und ich tingle zufrieden Richtung Bett.

Erkenntnis des Tages: Nächstes Mal nehm ich die Seilbahn.

1 Kommentar

  1. Avatar von Florian Florian sagt:

    Du kannst zufrieden mitdurften sein. Herausforderungen angenommen und überwunden. Das ist doch ein tolles Erfolgserlebnis!

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