„Na da haben Sie sich ja nicht das beste Wetter zum Wandern ausgesucht!“ sagt der Hotelier, als ich bei ihm bezahle. Stimmt, aber ändern kann ich es eh nicht, also ziehe ich mein Regencape über und ziehe los.

Es ist heute wirklich ungemütlich, feiner Nieselregen und Gegenwind und dann noch eine lange Etappe. Mir wird zeitweise so kalt, dass ich mir Handschuhe wünsche…Anfang August!

Aber ich will mich vom Wetter nicht unterkriegen lassen und schaue mir in Abenberg, dass ich nach acht Kilometern erreiche, erst die Burg und dann die Kirche an, wo ich auch einen Stempel kriege.



Als ich Abenberg ein gutes Stück hinter mir gelassen habe, frag ich mich, warum ich nicht wie gewohnt etwas in der Hand hab. Und so lauf ich noch mal zurück, um meine Stöcke zu holen, die ich in der Kirche hab stehen lassen. Kein Pilgerurlaub, ohne das ich mindestens einmal meine Stöcke holen muss.


In Wernfels finde ich nach über 20km endlich eine überdachte Möglichkeit für eine Mittagspause. Die Klamotten sind alle klamm und ich bin froh endlich was in den Magen zu bekommen.

Der Regen lässt nach, als ich aufbreche und es geht bergauf und bergab, mit den unschönen Ergebnis, dass ich leicht mit dem Fuss umknicke. Mal schauen wieviel Freude ich damit noch haben werde, kann aber meine Reise fortsetzen.

Auf einer Wiese trete ich fast auf ein Kaninchen, dass sich in einer Mulde versteckt hat (warum legen die sich alle mir in den Weg?).

Erschöpft, müde, durchgefroren und hungrig komme ich um 17 Ihr in Gunzenhausen im Hotel an, werfe meinen Rucksack kurz ab und will mir noch schnell einen Stempel holen. Der Einsatz ist jedoch nicht von Erfolg gekrönt, sowohl die Kirche als auch die Touri-Info haben bereits geschlossen. Irgendwie nicht mein Tag.



Auf dem Rückweg kaufe ich im Supermarkt neuen Proviant und ein paar Brötchen zum Abendbrot, ich will heut einfach nicht mehr vor die Tür. Eine lange heisse Dusche und eine Tafel Schokolade helfen aber den Tag zu vergessen und hey: ich hab nen neuen Tagesrekord aufgestellt!
