Ich hab schlecht geschlafen auf der durchgelegenen Matratze und breche erst um neun Uhr auf, da heute eine verhältnismäßig kurze Strecke auf mich wartet.

Es erwartet mich leider wieder Regen, der mich bis zum Dorf Maihingen begleitet, wo ich einen Unterstand finde und die steifen Beine etwas ausruhen kann.

Nachdem der Regen aufgehört hat, schreite ich weiter meinen Weg, der auch als Romantische Straße ausgewiesen ist. Liebes Bayern, wenn das eine romantische Straße sein soll, dann betoniert die doch nicht!

In Wallerstein mache ich in einer Konditorei halt und gönn mir statt eines Mittagessens eine doppelte Portion Kuchen. Neben mir sitzt ein älteres Päarchen, wo sie eine Handarbeit macht, die sich als Occhi (Schiffchenarbeit herausstellt). Sie ist Amerikanerin und ist der Liebe wegen vor mehreren Jahren nach Nördlingen gezogen. Wir kommen über meinen Pilgerweg ins Gespräch und und ihr Mann erzählt, dass er schon über 2.000 IVV-Wanderungen (Internationaler Volkssportverband) absolviert hat. Die beiden herzlichen Dreiundachtzigjährigen verabschieden sich dann aber und ich setze meinen Weg fort.

Die letzten Kilometer bis Nördlingen sind schnell hinter mich gebracht und ich durchschreite eins der Tore der Stadtmauer, laufe durch die schöne Altstadt und komme bei der Kirche St. Georg an.



Hier erwartet mich eine Überraschung: es spricht mich ein netter Herr an, der sich als der Pilger Rainer vorstellt und wie ich von Nürnberg nach Konstanz will. Wir unterhalten uns über die Erfahrungen mit den Unterkünften und das heutige Wetter. Es trennen sich unsere Wege und leider verbasel ich es total mich mit ihm zum gemeinsamen wandern zu verabreden. Ich hoffe ich treffe ihn morgen auf dem Weg.

Mit einem neuen Stempel im Pass, mache ich mich schnell auf dem Weg zum Hotel, lege meinen Rucksack ab und begebe mich wieder zur Kirche, um den Kirchturm Daniel zu besteigen.

Leicht aus der Puste komme ich oben an und genieße die schöne Aussicht. Hier sehe ich auch, dass die Stadtmauer noch komplett erhalten ist und steuere, als ich wieder unten bin, den direkten Weg zu einem Aufstieg zur Stadtmauer.



Nachdem ich diese einmal komplett umrundet habe, wird es endlich Zeit für eine heisse Dusche und ein Abendessen.

