16.08.2024: Tag 63 Von Stan nach Giswil (25,2km)

Ich komme mit dem Bus gegen halb sieben in Stan an und spare mir so sechs Kilometer der geplanten Strecke. Die verbleibenden 25km werden sich noch als fordernd genug herausstellen.

Der Weg führt durch einen Mix aus kurzen Waldabschnitten und Felder. Am Vormittag treffe ich die Pilgerin Edith aus Innsbruck, deren Endziel Santiago de Compostela ist. Dieses Jahr will sie es bis nach Genf schaffen. Da wir ein unterschiedliches Wandertempo haben, schickt sie mich vor und ich stapfe weiter.

Zur Mittagszeit mache ich Rast unter einer Linde, die ungefähr den heutigen Höchstpunkt darstellt. Auch heute ist es wieder mollig warm, aber langsam gewöhne ich mich an den permanenten Schweißfilm auf meiner Haut.

Es folgt dann der Abstieg zur Großen Melchaa und danach geht es noch mal steil bergauf nach Flüeli-Ranft.

Nun geht es bergab nach Sachseln und ich werde dabei Opfer von mehreren Bremsen, die sich in Waden und Unterarme beißen (also gegen selektives Insektensterben hab ich langsam nichts).

Von Sachseln muss ich noch sechs Kilometer am Sarner See entlang. Hier ist der Weg eben und ich kann endlich wieder Gas geben (auch weil die Blasen an den Füßen immer weniger schmerzen).

Kurz nach vier erreiche ich meine Pilgerunterkunft, alles neu, und mit Küche. Ich kann also wieder kochen. Auch erfahre ich, dass Edith hier heute auch übernachten wird. Der Mieter der sehr freundlichen Gasteltern auch Hamburg steht plötzlich neben mir, als ich Wäsche wasche und erzählt mir ungefragt seine halbe Lebensgeschichte. Ich täusche Müdigkeit vor und ziehe mich erst mal auf mein Zimmer zurück.

Zum Abendessen gibt es selbstgekochte Nudeln und Edith die sich als 73jährige pensionierte Dolmetscherin entpuppt leistet mir Gesellschaft beim Essen und wir beratschlagen über den nächsten Tag bevor ich mich zur Abendruhe zurückziehe.

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