Das Schloss verlasse ich um kurz nach acht und stapfe durch feuchtes Gras nach Rueggisberg. Ich komme an einer Klosterruine vorbei und wenig später sehe ich weiter vorn einen mir bereits vertrauten Rucksack.


Nachdem ich Nina eingeholt hab, die gestern kein WLAN hatte und daher nicht schreiben konnte, gehen wir auch heute zusammen nach St. Antoni.

Es geht vorbei am Fluss Schwarzwasser und eine Alm rauf, wo wir an einem Bauernhof mit einem Kühlschrank zur Selbstbedienung Pause machen und ein Eis essen, während wir dem Kreisen der immer mehr werdenden Raubvögel über dem Mähdrescher zuschauen.



Nina erzählt von ihrer Weiterbildung als Krankenschwester im Bereich Inkontinenz und der damit verbundenen Thematik der Sexualität, was ich ziemlich spannend finde. Ich berichte von meinen Erfahrungen vom Pilgern in Spanien. Die Mittagspause machen wir am Bahnhof von Schwarzenburg, wo uns Toilette, Brunnen und Kiosk zur Verfügung stehen (besser geht es also nicht) und treten dann das letzte Stück Weg für heute an.

Es geht noch mal etwas bergauf, aber alles in allem ist es heute eher eine leichte Strecke, auch wenn es langsam wieder warm wird.



Und Schwuppdiwupp sind wir auch in St.Antoni wo wir auch schon vor meiner Unterkunft stehen. Ich verabrede mich mit Nina zum Abendessen, die eine andere Unterkunft gefunden hat und beziehe mein Bett und mache noch schnell die Wäsche.


Beim Abendessen treffen wir noch auf den Oberpfälzer Schorsch, der auch den Jakobsweg läuft, der sich aber als absoluter Redelöwe entpuppt und Fragen nur stellt, um sich selbst das nächste Stichwort zu geben. Wir sind also nicht wirklich traurig, als er sich verabschiedet und wir beide noch Zeit zum quatschen über Gott und die Welt haben. Wir verabschieden uns prophylaktisch und wünschen uns einen guten Weg, da für mich morgen eine lange Strecke ansteht und ich dementsprechend früh los will.
