28.08.2024: Tag 75 – Von Martigny nach Liddes (28,0km)

Heute heißt es Abschied nehmen. Ich bring Christian noch zum Bahnhof und dann verabschieden wir uns kurz und schmerzlos (naja, sagen wir schmerzarm). Mir steht heute eine anstrengende Strecke bevor.

Es geht erst mal am Fluss Dranse entlang bis Les Valettes, bis hierhin ist die Strecke leicht und ich komme gut voran. Das Highlight bildet eines wackelige Hängebrücke mit tollen Block auf dem Fluss, danach wird es anstrengender.

Es geht in den Wald und hier gilt es dann über Felsen zu klettern und die Wegmarkierungen dienen lediglich zu Orientierung in welche Richtung ich klettern muss und natürlich geht es dabei sportlich bergauf und bergab.

Ich bin froh als ich endlich Sembrancher erreiche und hier meine Wasserflasche auffüllen und in Ruhe etwas essen kann, bevor es weitergeht.

Der Weg verläuft nun über Feldwege im stetigen bergauf und etwas abgekämpft komme ich gegen 13:30 Uhr in Orsières an, wo ich Mittagspause und ein kleines Nickerchen im Schatten mache.

Frisch gestärkt geht es weiter. Es geht insgesamt noch 500m bergauf, größtenteils aber auf einer Schotterstraße mit moderater Steigung, so dass ich nicht die ganze Zeit wie eine Dampflok schnaube.

Heute ist das erste Mal, dass ich an einen Wegweiser Richtung Rom vorbeikomme (sind ja nur noch über 1.000km).

Da die Zeit schon vorangeschritten ist und ich auch langsam die List verliere, entscheide ich mich „nur“ nach Liddes zu laufen (in Liddes gab es keine Übernachtungsmöglichkeit, so dass bereits bei der Planung der Reise einkalkuliert war für den letzten Abschnitt den Bus zu nehmen). Natürlich zieht sich dieses letztes Stück und hält noch einen Bergziegenaufstieg für mich bereit.

Müde und erschöpft erreiche ich Liddes um 17 Uhr, besorge mir bei der Touristeninformation Busticket und Stempel und überbrücke die Wartezeit mit einem Eis.

Um halb sieben erreiche ich endlich mein Hotel und gemessen an der Busfahrt habe ich bei den letzten fünf Kilometern nicht wirklich viel verpasst. Die heiße Dusche tut ihren Dienst so dass ich wenig später im Restaurant des Hotels zu Abend essen und mit mir selbst auf die heutige Strecke (immerhin über 1.200 Höhenmeter) anstoße.

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