Nachdem ich aufgrund der Hitze kaum ein Auge zugemacht hab, funktioniert morgens auch der Schlüsselkasten für die Rückgabe nicht. Ich lass den Schlüssel im Zimmer zurück, schreib den Betreibern eine Nachricht und verlasse genervt Aosta.

Ich komme an kleinen Weinbergen vorbei und genieße die Morgensonne, die noch nicht ihre volle Kraft entfaltet hat.

Ich bin heute wieder gut im Fluss und laufe die ersten 15 Kilometer bis Nus ohne Pause durch. Nachdem ich dort ein kleines Nickerchen gemacht hab, bin ich auch nicht mehr so müde und es kann weiter gehen.


Nicht weit hinter Nus begegne ich den Australiern Tammy und Sterling, die mich gleich in ein Gespräch verwickeln. Tammy ist auch schon einen Camino gelaufen und ist die Via Francigena in Canterbury gestartet, dieses Mal begleitet sie Sterling. Die beiden haben den riesigen Rucksack ihres Sohnes, der damit den Moint Everest bestiegen hat, dabei. Aufgrund der Größe haben die beiden sich dann aber bald eine Sackkarre gekauft und ziehen den Rucksack nun hinter sich her. Ich verabrede mich mit den beiden zum Abendessen in Châtillon und ziehe weiter.

Gegen 13 Uhr erreiche ich Chambave, wo ich Mittagspause mache. Es wird immer heißer und ich schaue mir schnell noch die dortige Kirche an, bevor ich die letzte Etappe in Angriff nehme.





Es wird echt unangenehm heiß und der Weg führt auf einem schmalen Pfad am Hang entlang. Der leichte Wind bringt mir wenig Abkühlung und ich bin froh, als ich in Châtillon ankomme und wieder etwas Schatten bekomme.

Das Hotel liegt etwas abseits vom Weg ist aber einfach zu finden und ich freu mich sehr über die Dusche, auch wenn die heute sehr klein ist, und die Tatsache, dass das Zimmer über eine Klimaanlage verfügt.


Ich hab noch ein wenig Zeit mir Châtillon anzuschauen, bevor ich mich mit Tammy und Sterling in einem netten Restaurant treffe. Das Essen wird vollkommen zu Nebensache als es um unsere Reiseerfahrungen, meinen Schüleraustausch in Australien, Tammys Teilnahme an einer Segelregatta, Sterlings Cricketvorliebe, unser aller Familie und Beruf, ESC, die Wiedervereinigung Deutschlands, Politik in Australien, Erfahrungen in den Niederlanden und noch vieles anderes geht. Der Abend ist viel zu schnell vorbei und leider werde ich auch die beiden ab morgen nicht wieder treffen, da sie eine kürzere Strecke laufen als ich. Aber es war wieder eine wunderbare Begegnung für die ich sehr dankbar bin.


