Es geht heute mal ohne Frühstück los, da es zu spät angeboten wurde und mir auch zu teuer war. Es geht erst mal einen Pfad am Bis entlang, bis dann die erste Höhenmeter kommen und ich darüber fluche das Frühstück ausgeschlagen zu haben.

Kurz vor dem Staudamm des Lac des Toule hole ich das Frühstück nach und reduziere damit meine Proviant (der Käse ist mir innerhalb eines Tages verschimmelt) beträchtlich.

Frisch gestärkt geht es am Stausee entlang, wo ich den Amerikaner Joe aus Pittsburg treffe, der den letzten Wandertag ohne seine Frau macht, die von der gestrigen Wanderung zu erschöpft gewesen ist und den Bus genommen hat. Wir laufen ein Stück zusammen bis wir feststellen, das wir nicht das gleiche Tempo haben und ich voraus gehe.



Nach dem See, der von wunderschönen Bergpanorama umgeben ist, geht der Weg erst mal über offenes Gelände weiter bergauf und ich werde begleitet von unzähligen Grashüpfern und Schmetterlingen.



Der Weg wir steiler und steiniger und fordert echt viel ab von mir. Auch geht mein Wasser ernsthaft zu Neige und ich bin echt froh gegen halb eins Hospice du Grand Saint Bernand (wo die Rasse Bernhardiner gezüchtet wurde) ankomme, wo mich auch Joe einholt und ich die 1.000m Anstieg geschafft habe.


Hier gönne ich mir eine Portion Pommes de Terre Façon, was sich als gratinierte Bratkartoffeln entpuppt, und unterhalte mich noch nett mit Joe und seiner Frau, die hier zu uns stößt. Mit gefüllten Wasserflaschen geht es für mich weiter.


Es geht erst sehr felsig weiter und mir schwant schon Böses, aber der Weg wird zunehmend steinfreier und leichter, so dass ich gut vorankomme und ohne es zu merken Italien betrete (nach Grützi und Bonjour nun also Buongiorna).


Die Umgebung wechselt von felsig langsam zu Wiesen mit Büschen und Heidekraut und zwischendurch komme ich an Kühen und einem Esel vorbei, der mich interessiert anschaut.


Ich komme recht gut voran und die 1.000m Abstieg nach Saint-Rhemy-en-Bosses überstehe ich ohne Probleme. Dort angekommen stelle ich aber fest, dass das Hotel, das ich gebucht hab, nicht etwas außerhalb liegt, sondern noch mal 5km bergauf entfernt liegt (die Busfahrt gestern wäre damit also kompensiert).

Ich fluche innerlich über meine Reservierung, während ich den beschwerlichen Aufstieg hinter mich bringe und meine Wasservorräte das zweite Mal an diesen Tag auf null runterbringe.

Erschöpft erreiche ich um 17 Uhr das Hotel, und bin mit einer Wirtin konfrontiert, die nur italienisch kann. Zehn Minuten später und unter Einsatz des Googletranslaters sind alle Fragen geklärt und ich kann endlich duschen und Wäsche waschen.

Beim Abendessen werde ich wieder daran erinnert, dass die Italiener den Fokus auf das Abendessen legen, denn ich bekomme ein tolles Drei-Gänge-Menü (Pasta mit Pesto, Hirschgulasch und Panna Cotta), das mich vollends mit diesen anstrengenden Tag befriedet.
































































































































