23.08.2024: Tag 70 – Von Moudon nach Lausanne (28,8km)

Da ich möglichst früh in Lausanne sein möchte, um Christian dort in Empfang zu nehmen, mache ich mich bereits um 6 Uhr auf dem Weg. Es ist noch etwas frisch, als ich über Feldwege mich südlich durchschlage.

In einem kleinen Waldabschnitt kommt plötzlich Tim daher, der im Wald gezeltet hat und meine Freude ist groß, habe ich unverhofft wieder Gesellschaft. Wir kommen bis Encorcheboeuf, dann müssen wir zwei Stationen mit dem Buss fahren, da der Weg wegen Bauarbeiten gesperrt ist.

Der Großteil des restlichen Weges verläuft durch Wald und Tim schlägt ein etwas sportlicheres Tempo an, so dass wir bereits um 11 Uhr die Ausläufer von Lausanne erreichen.

Da wir so gut in der Zeit sind, trinken wir einen Kaffee und ich gönne mir ein Stück Kuchen, dass mich sprichwörtlich angelacht hat.

Nun geht es im leichten Bergab durch Wald und Parks und dann haben wir auch schon das Château Staint-Maire erreicht und kurz danach die Kathedrale.

Hier holen wir uns unseren Stempel ab und dann heißt es auch schon Tschüss sagen, da Tim weiterzieht Richtung Genf, ich morgen aber Richtung Rom gehe.

Ich lauf zum nah gelegenen Hotel und gebe dort erst mal meinen Rucksack ab, da ich noch nicht einchecken kann und schau mir bis zu Christians Ankunft noch die Stadt etwas an.

Nachdem Christian (Pünktlich liebe Deutsche Bahn. Auf die Minute. Nehmt euch ein Beispiel) angekommen ist, nehmen wir schnell noch ein spätes Mittagessen ein, duschen kurz im Hotel und dann schauen wir uns noch etwas die Stadt an.

Den Abschluss des Tages bildet das Bier auf der Rooftopbar des Hotels, wobei Lausanne so dermaßen rauf und runter geht, dass wir auf Augenhöhe mit der Straße gegenüber sind.

22.08.2024: Tag 69 – Von Autigny nach Moudon (26,1km)

Und es geht wieder weiter. Den Bauch mit Brot und Käse gefüllt geht es längere Zeit auf Landstraßen weiter und wieder fehlt mir auf, dass die Berge am Horizont verschwunden sind und ich an viel mehr Mais-, Gemüse- und abgeernteten Getreidefeldern vorbeikomme, als in der deutschen Schweiz.

Gegen 10 Uhr erreiche ich Romont, wo ich eine erste Pause einlege und mir in der Kirche meinen ersten Stempel für heute abhole.

Danach ist etwas die Luft raus, was auch an daran liegen mag, dass es immer wärmer wird. Aber ich reiss mich zusammen und wandere die letzten Kilometer an einer Baumallee im Halbschatten bis nach Moudon.

Gegen 15 Uhr komme ich bei meiner Unterkunft an und bin baff, was für ein Juwel an Unterkunft ich gefunden habe. Das Zimmer ist mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet und die sehr freundliche Gastmutter wäscht mir sogar meiner Wäsche. Zudem erklärt sie mir, dass eine Teilstück der morgigen Strecke gesperrt ist und wo ich alternativ den Bus nehmen muss.

Nach der Dusche erzähle ich der frisch gebackenen Großmutter noch etwas von meiner Reise und mach mich dann auf Moudon noch etwas zu erkunden.

Zum Abendessen gibt es einen Döner und dann schlurfe ich zurück zur Unterkunft, um dort auf dem Balkon den Abend zu verbringen und freue mich darüber, dass an der Tür meine saubere Wäsche und das Brot für morgen auf mich wartet.

21.08.2024: Tag 68 -Von St.Antoni nach Autigny (27,9 km)

Das Bett im Kornspeicher hat sich als hartes Brett mit dünner Matratze entpuppt, dementsprechend wach ich ziemlich müde und stehe dann auch noch wenig später vor einer verschlossenen Bäckerei. Also Frühstück erst im nächsten Ort.

Gegen halb Acht erreiche ich Tafer und kann in einem kleinen Supermarkt Brötchen und etwas Käse erstehen und hole mein Frühstück vor der dortigen Kirche ein. Frisch gestärkt geht es weiter.

Gegen 10 Uhr erreiche ich Fribourg und bin damit auch in dem französischen Teil der Schweiz angekommen und muss mich nun mit meinen wenige Brocken Französisch durchschlagen.

Die Stadt ist größer als ich erwartet habe und hat eine schöne Altstadt in der Kathedrale Nikolai bekomme ich nach etwas suchen meinen Stempel und dann mache ich mich wieder weiter. Es dauert aber ziemlich lang, bis ich Fribourg endgültig verlassen habe.

Zur Mittagspause gönn ich mir noch ein kleines Nickerchen, da ich kaum noch die Augen offen halten kann und starte dann den letzten Teil der heutigen Route.

Es geht wieder über Feldwege und kurze Waldabschnitte. Auch muss ich eine Umleitung laufen, da der eigentliche Weg nach Autigny gesperrt ist.

Kurz vor Vier komme ich bei der Unterkunft an, wo der Gastvater kein Deutsch und Englisch spricht, aber mit ein paar Gesten und guten Willen werden mir doch alle Fragen beantwortet und ich freue mich sehr über das Zimmer und noch mehr über die Regendusche kurze Zeit später.

Nach dem dem Abendessen bleibt noch Zeit ein wenig die Reise zu dokumentieren und einfach mal die Seele baumeln zu lassen, bevor es ins Bett geht.

20.08.2024: Tag 67 – Von Riggisberg nach St. Antoni (22,6km)

Das Schloss verlasse ich um kurz nach acht und stapfe durch feuchtes Gras nach Rueggisberg. Ich komme an einer Klosterruine vorbei und wenig später sehe ich weiter vorn einen mir bereits vertrauten Rucksack.

Nachdem ich Nina eingeholt hab, die gestern kein WLAN hatte und daher nicht schreiben konnte, gehen wir auch heute zusammen nach St. Antoni.

Es geht vorbei am Fluss Schwarzwasser und eine Alm rauf, wo wir an einem Bauernhof mit einem Kühlschrank zur Selbstbedienung Pause machen und ein Eis essen, während wir dem Kreisen der immer mehr werdenden Raubvögel über dem Mähdrescher zuschauen.

Nina erzählt von ihrer Weiterbildung als Krankenschwester im Bereich Inkontinenz und der damit verbundenen Thematik der Sexualität, was ich ziemlich spannend finde. Ich berichte von meinen Erfahrungen vom Pilgern in Spanien. Die Mittagspause machen wir am Bahnhof von Schwarzenburg, wo uns Toilette, Brunnen und Kiosk zur Verfügung stehen (besser geht es also nicht) und treten dann das letzte Stück Weg für heute an.

Es geht noch mal etwas bergauf, aber alles in allem ist es heute eher eine leichte Strecke, auch wenn es langsam wieder warm wird.

Und Schwuppdiwupp sind wir auch in St.Antoni wo wir auch schon vor meiner Unterkunft stehen. Ich verabrede mich mit Nina zum Abendessen, die eine andere Unterkunft gefunden hat und beziehe mein Bett und mache noch schnell die Wäsche.

Beim Abendessen treffen wir noch auf den Oberpfälzer Schorsch, der auch den Jakobsweg läuft, der sich aber als absoluter Redelöwe entpuppt und Fragen nur stellt, um sich selbst das nächste Stichwort zu geben. Wir sind also nicht wirklich traurig, als er sich verabschiedet und wir beide noch Zeit zum quatschen über Gott und die Welt haben. Wir verabschieden uns prophylaktisch und wünschen uns einen guten Weg, da für mich morgen eine lange Strecke ansteht und ich dementsprechend früh los will.

19.08.2024: Tag 66 – Von Thun nach Riggisberg (26,3km)

Nach dem Frühstück bringt mich der Pilgerbetreuer Thomas noch zur Bushaltestelle und spricht mir noch den Pilgersegen. Eigentlich hätte ich mit der Fähre über den Thunersee übersetzen sollen, aber die Fähre fährt erst nach 10 Uhr und so fahre ich nach Thun, um meine Reise fortzusetzen.

Als ich bei einem Bäcker vorbeikomme, lächelt mich da eine Wanderin an, die gerade ihr Frühstück beendet. Es ist Nina aus Österreich, die ihre Pilgerreise oberhalb von Wien begonnen hat und nun wie ich das Vorhaben in Etappen umsetzt, nur das ihr Ziel Santiago de Compostela ist.

Die fröhliche Krankenschwester ist mir auf Anhieb sympathisch und zusammen setzen wir unsere Reise gemeinsam fort. Wir reden über verschiedene Pilgerwege, die Erfahrungen der letzten Tage… und laufen an einer Kirche dann erst mal in die falsche Richtung.

Nach diesem „Fitnesskilometer“ machen wir eine kurze Rast und biegen diesmal bei der Kirche richtig ab.

Wir tauschen uns weiter über unsere Familienverhältnisse, Klimaschutz, Arbeit und was weiß ich nicht alles und die Kilometer ziehen so dahin, die Umgebung wird eher zur Nebensache.

Schnell haben wir Blumensand erreicht, wo wir die Mittagspause einläuten und Nina auch endlich ein Quartier für heute findet, allerdings einen Ort weiter als ich.

Es geht weiter durch Wattenwill, wo wir das Gemeindehaus bestaunen, und dann den letzten schwierigen Anstieg des Tages in Angriff nehmen.

Kurz nach 16 Uhr erreichen wir Riggisberg, tauschen unsere Nummern aus und ich gehe hoch zum Schloss, während Nina ihre Reise nach Rüeggisberg fortsetzt.

Über mein Zimmer kann ich heute wirklich nicht klagen und mach mich nach der Dusche noch schnell auf Proviant einzukaufen und ein Abendessen beim nahen Imbiss einzunehmen. Und dann ist der Tag auch schon wieder rum.

18.08.2024: Tag 65 – von Oberried nach Merligen (25,6km)

Der Tag fing seeehr unmotiviert an. Im Haus war anscheinend die Sicherung rausgeflogen (da keiner da war, gab es auch keine Abhilfe) und Hunger hatte ich auch keinen. So bin ich dann lustlos durch den Nieselregen gestapft.

Der Weg führte mich über Niederried und Goldswil nach Interlaken, wo ich gegen 10 Uhr eingetrudelt bin, dann doch mit Hunger. Der wurde beim nächsten Supermarkt behandelt und ich bin noch etwas durch die Stadt geschlendert, bevor ich den Weg fortgesetzt habe.

Über die Aare und an ihr entlang ging es durch ein Naturschutzgebiet bis zum Thunersee, wo es dann noch einmal bergauf ging.

Ich hatte kurz überlegt mir auf dem Weg noch die Beatus-Höhlen anzuschauen. Das Touristengewusel und die lange Kassenschlange führten aber schnell zur Meinungsänderung und so hab ich nur den Anblick des Wasserfalls genossen, bevor ich die letzten Kilometer bis Merligen hinter mich gebracht hab.

Mein heutiges Domizil ist ein Gutshof, der von einer Bruderschaft geführt wird in einem alten Augustinerkloster. Nachdem ich geduscht und die Wäsche gewaschen hab, kriege ich eine Führung durchs Haus und das Gut und kriege etwas Einblick in die Arbeit der Bruderschaft, die auch Einrichtungen in Kabul und dem Kongo betreuen.

Das Abendessen gibt es um um 19 Uhr mit den Brüdern, Helfern und den anderen Gästen im Speisesaal. Pappsatt und mit vielen Eindrücken geht es dann aber auch bald ins Bett.

17.08.2024: Tag 64 – Von Giswil nach Brienz (22,6km)

Es regnet schon als ich aufwache und nicht gerade wenig. Als nach dem Frühstück der Regen etwas nachlässt, stapfe ich los, denn der Wetterbericht sagt, dass es bis Mittag so bleibt.

Immerhin keine Bremsen und keine Hitze sag ich mir und starte den Aufstieg nach Kaiserstuhl. Dort angekommen nehme ich mir vor bis Lungern, um den Lungerersee herum, zu gehen und mich dort in einem Café aufzuwärmen und dann zu schauen, wieviel des Weges ich heute schaffe. Mittlerweile sind meine Schuhe durchgeweicht und meine Hände so nass, dass ich mein Handy nicht mal mehr bedienen kann.

Die sonst so kleinen Flüsse mit klaren Wasser sind heute braunen Strömen gewichen und ich komme patschnass in Lungern an und versuche mich auf einer öffentlichen Toilette notdürftig trocken zu legen, da ich kein Café finde.

Der Regen hat aufgehört und nachdem ich mir noch kurz die dortige Kirche angeschaut habe, starte ich den Aufstieg zum Brünig-Pass. Es geht meist durch den Wald und die Steigung ist moderat, aber so langsam wird mir kalt.

Teilweise ist der Weg komplett unter Wasser und muss mich am Rand entlang hangeln, um kein unfreiwillige Kneipp-Kur zu bekommen.

Ziemlich erschöpft komme ich um 14 Uhr in Brünig an, mache endlich Mittagspause und föne in der Bahnhofstoilette Socken und T-Shirt trocken. Ich entschließe mich nur noch nach Brienzwiler zu wandern und dort in die Bahn zu steigen.

Beim Abstieg stehe ich plötzlich vor der Situation, dass vor mir ein umgefallener Baum den Weg versperrt und hinter mir der Pilger Tim aus München hinter mir steht.

Zusammen bestreiten wir den weiteren Abstieg und kommen dabei ins Gespräch. Der 27-jährige hat seinen letzten Job als Koch hingeschmissen und bis nach Santiago de Compostela wandern. Wir unterhalten uns viel über die notwendige Ausrüstung zum Wandern und die Erfahrungen in der Schweiz und zack sind wir schon durch Brienzwiler durchgelaufen.

Da sein Ziel heute Brienz ist, wir beide das gleiche Wandertempo haben und ich die Gesellschaft sehr schätze, entscheide ich mich kurzerhand auch bis Brienz zu laufen. Ich setze Tim am Campingplatz ab und laufe bis zum Bahnhof.

Hier muss ich aber feststellen, dass die Bahn nicht fährt, da die Unwetter der letzten Woche die Gleise beschädigt haben und ich den Ersatzverkehr nehmen muss: Erstnach Interlaken, wo ich ein Abendessen zum mitnehmen ersteigere, und dann endlich nach Oberried.

Etwas k.o. komme ich dann endlich um 19:00 Uhr bei meiner Unterkunft an. Hier rufe ich die Vermieter an, die nicht vor Ort sind, aber mich erst mal zum Schlüssel navigieren und dann durch das Haus. Hat alles geklappt und eine Stunde später bin ich satt, sauber und pack die Füße hoch.

16.08.2024: Tag 63 Von Stan nach Giswil (25,2km)

Ich komme mit dem Bus gegen halb sieben in Stan an und spare mir so sechs Kilometer der geplanten Strecke. Die verbleibenden 25km werden sich noch als fordernd genug herausstellen.

Der Weg führt durch einen Mix aus kurzen Waldabschnitten und Felder. Am Vormittag treffe ich die Pilgerin Edith aus Innsbruck, deren Endziel Santiago de Compostela ist. Dieses Jahr will sie es bis nach Genf schaffen. Da wir ein unterschiedliches Wandertempo haben, schickt sie mich vor und ich stapfe weiter.

Zur Mittagszeit mache ich Rast unter einer Linde, die ungefähr den heutigen Höchstpunkt darstellt. Auch heute ist es wieder mollig warm, aber langsam gewöhne ich mich an den permanenten Schweißfilm auf meiner Haut.

Es folgt dann der Abstieg zur Großen Melchaa und danach geht es noch mal steil bergauf nach Flüeli-Ranft.

Nun geht es bergab nach Sachseln und ich werde dabei Opfer von mehreren Bremsen, die sich in Waden und Unterarme beißen (also gegen selektives Insektensterben hab ich langsam nichts).

Von Sachseln muss ich noch sechs Kilometer am Sarner See entlang. Hier ist der Weg eben und ich kann endlich wieder Gas geben (auch weil die Blasen an den Füßen immer weniger schmerzen).

Kurz nach vier erreiche ich meine Pilgerunterkunft, alles neu, und mit Küche. Ich kann also wieder kochen. Auch erfahre ich, dass Edith hier heute auch übernachten wird. Der Mieter der sehr freundlichen Gasteltern auch Hamburg steht plötzlich neben mir, als ich Wäsche wasche und erzählt mir ungefragt seine halbe Lebensgeschichte. Ich täusche Müdigkeit vor und ziehe mich erst mal auf mein Zimmer zurück.

Zum Abendessen gibt es selbstgekochte Nudeln und Edith die sich als 73jährige pensionierte Dolmetscherin entpuppt leistet mir Gesellschaft beim Essen und wir beratschlagen über den nächsten Tag bevor ich mich zur Abendruhe zurückziehe.

15.08.2024: Tag 62 Von Haggenegg nach Buochs (27,6km)

Ich hab heute wieder sehr viel vor und starte im Morgengrauen. Nach dem starken Regen in der Nacht ist der Schotterweg teilweise etwas weggespült, was die 1.000m Abstieg nicht unbedingt leichter macht.

Es geht aber alles gut und ab Schwyz wird der Weg bis Brunnen auch leichter und ich kann das Bergpanorama genießen.

Ich treffe um 10 Uhr in Brunnen ein und erwische auch prompt die Fähre, die mich ratzfatz über den wunderschönen Vierwaldstätter See nach Treibt bringt.

Es geht schweißtreibend über Wiesen bergauf und das schiefe gehen gefällt den blasengeplagten Füßen so gar nicht. Nach einer Stunde geht es dann in den Wald, klingt gut, aber jetzt beginnt mein Alptraum. Der Weg gleicht mehr einer Kletterpartie, worüber ich mich grundsätzlich ja sehr freue, aber nicht mit 17kg Gepäck auf dem Rücken und nachdem ich schon ziemlich k.o. bin.

Und was folgt irgendwann, wenn man oben angekommen ist? Richtig, der Abstieg und es geht wieder die 500m auf ähnlichen Weg bergab. Immerhin werde ich mit dem Anblick eines Wasserfalls belohnt. Ich hab aber trotzdem drei Kreuze gemacht, dass ich heil geblieben bin.

Es folgt jetzt noch ein längerer Weg am Vierwaldstätter See entlang, erst nach Bodenried, dann nach Buochs, wo mein Gasthof ist.

Wieder total abgekämpft kann ich mein kleines Zimmer beziehen, wasche schnell die Wäsche von gestern und heute und dann ist Pause angesagt. Die nächsten beiden Etappen werde ich einkürzen, das heute eher was von Wettkampf als Urlaub. (Dann bin ich eben nicht den GANZEN Weg nach Rom zu Fuß gelaufen.)

Das Abendessen essen nehm ich beim nah gelegenen Vietnamesen, bevor ich zum Gasthof zurückhinke, um mich meiner Abendroutine zu widmen.

14.08.2024: Tag 61 – Pfäffikon nach Haggenegg (24,6km)

Der Wecker klingelt heute um 5 Uhr, wohlgemerkt ich bin im Urlaub. Nachdem ich mir die restlichen Nudeln von gestern reingeprügelt habe, beginnt ein langer steiler Abstieg und ich werde mit dem Sonnenaufgang über den Bergen belohnt.

Gemessen an den letzten Tagen kommen ich gut voran, auch wenn ich immer wieder Atempausen machen muss. Bereits nach zwei Stunden habe ich die ersten 600m hinter mir und der Weg geht entspannter weiter.

Es geht wieder über einen Feldweg und in der Ferne sehe ich den Shilsee und gegen halb Zehn erreiche ich auch schon Einsiedeln (hat auch Vorteile das frühe Aufstehen).

Die Kirche zum dazugehörigen Kloster ist wieder sehr beeindruckend, insbesondere die Deckenmalereien sind faszinierend (Das Fotoverbot hab ich mal kurz ignoriert, wozu zahl ich denn brav meine Kirchensteuer?)

Es geht wieder weiter, erst querfeldein, dann parallel zum Fluss Alp bis ich dann den zweiten Aufstieg des Tages wage, der sehr steinig ist und den Charme hat, das jedes Mal, wenn man denkt man sei endlich oben angekommen, der Weg ne Kurve macht und es noch weiter hoch geht.

Die Bewölkung, für die ich beim Aufstieg sehr dankbar war wandelt sich auf die letzten zwei Kilometern im Regen um und ich muss doch mein Regencape rauskramen (lag natürlich jetzt ganz unten im Ruchsack).

Gegen halb vier erreiche ich meinen Gasthof und kann erst mal duschen und mich etwas erholen, bevor es zum Abendessen geht.

Die Aussicht von der Terrasse des Gasthofs (die Sonn ist wieder durchgekommen) ist der Hammer, da schmeckt das Abendessen gleich doppelt so gut. Und dann heißt es wieder die geschundenen Füsse hochpacken.