19.08.2024: Tag 66 – Von Thun nach Riggisberg (26,3km)

Nach dem Frühstück bringt mich der Pilgerbetreuer Thomas noch zur Bushaltestelle und spricht mir noch den Pilgersegen. Eigentlich hätte ich mit der Fähre über den Thunersee übersetzen sollen, aber die Fähre fährt erst nach 10 Uhr und so fahre ich nach Thun, um meine Reise fortzusetzen.

Als ich bei einem Bäcker vorbeikomme, lächelt mich da eine Wanderin an, die gerade ihr Frühstück beendet. Es ist Nina aus Österreich, die ihre Pilgerreise oberhalb von Wien begonnen hat und nun wie ich das Vorhaben in Etappen umsetzt, nur das ihr Ziel Santiago de Compostela ist.

Die fröhliche Krankenschwester ist mir auf Anhieb sympathisch und zusammen setzen wir unsere Reise gemeinsam fort. Wir reden über verschiedene Pilgerwege, die Erfahrungen der letzten Tage… und laufen an einer Kirche dann erst mal in die falsche Richtung.

Nach diesem „Fitnesskilometer“ machen wir eine kurze Rast und biegen diesmal bei der Kirche richtig ab.

Wir tauschen uns weiter über unsere Familienverhältnisse, Klimaschutz, Arbeit und was weiß ich nicht alles und die Kilometer ziehen so dahin, die Umgebung wird eher zur Nebensache.

Schnell haben wir Blumensand erreicht, wo wir die Mittagspause einläuten und Nina auch endlich ein Quartier für heute findet, allerdings einen Ort weiter als ich.

Es geht weiter durch Wattenwill, wo wir das Gemeindehaus bestaunen, und dann den letzten schwierigen Anstieg des Tages in Angriff nehmen.

Kurz nach 16 Uhr erreichen wir Riggisberg, tauschen unsere Nummern aus und ich gehe hoch zum Schloss, während Nina ihre Reise nach Rüeggisberg fortsetzt.

Über mein Zimmer kann ich heute wirklich nicht klagen und mach mich nach der Dusche noch schnell auf Proviant einzukaufen und ein Abendessen beim nahen Imbiss einzunehmen. Und dann ist der Tag auch schon wieder rum.

18.08.2024: Tag 65 – von Oberried nach Merligen (25,6km)

Der Tag fing seeehr unmotiviert an. Im Haus war anscheinend die Sicherung rausgeflogen (da keiner da war, gab es auch keine Abhilfe) und Hunger hatte ich auch keinen. So bin ich dann lustlos durch den Nieselregen gestapft.

Der Weg führte mich über Niederried und Goldswil nach Interlaken, wo ich gegen 10 Uhr eingetrudelt bin, dann doch mit Hunger. Der wurde beim nächsten Supermarkt behandelt und ich bin noch etwas durch die Stadt geschlendert, bevor ich den Weg fortgesetzt habe.

Über die Aare und an ihr entlang ging es durch ein Naturschutzgebiet bis zum Thunersee, wo es dann noch einmal bergauf ging.

Ich hatte kurz überlegt mir auf dem Weg noch die Beatus-Höhlen anzuschauen. Das Touristengewusel und die lange Kassenschlange führten aber schnell zur Meinungsänderung und so hab ich nur den Anblick des Wasserfalls genossen, bevor ich die letzten Kilometer bis Merligen hinter mich gebracht hab.

Mein heutiges Domizil ist ein Gutshof, der von einer Bruderschaft geführt wird in einem alten Augustinerkloster. Nachdem ich geduscht und die Wäsche gewaschen hab, kriege ich eine Führung durchs Haus und das Gut und kriege etwas Einblick in die Arbeit der Bruderschaft, die auch Einrichtungen in Kabul und dem Kongo betreuen.

Das Abendessen gibt es um um 19 Uhr mit den Brüdern, Helfern und den anderen Gästen im Speisesaal. Pappsatt und mit vielen Eindrücken geht es dann aber auch bald ins Bett.

17.08.2024: Tag 64 – Von Giswil nach Brienz (22,6km)

Es regnet schon als ich aufwache und nicht gerade wenig. Als nach dem Frühstück der Regen etwas nachlässt, stapfe ich los, denn der Wetterbericht sagt, dass es bis Mittag so bleibt.

Immerhin keine Bremsen und keine Hitze sag ich mir und starte den Aufstieg nach Kaiserstuhl. Dort angekommen nehme ich mir vor bis Lungern, um den Lungerersee herum, zu gehen und mich dort in einem Café aufzuwärmen und dann zu schauen, wieviel des Weges ich heute schaffe. Mittlerweile sind meine Schuhe durchgeweicht und meine Hände so nass, dass ich mein Handy nicht mal mehr bedienen kann.

Die sonst so kleinen Flüsse mit klaren Wasser sind heute braunen Strömen gewichen und ich komme patschnass in Lungern an und versuche mich auf einer öffentlichen Toilette notdürftig trocken zu legen, da ich kein Café finde.

Der Regen hat aufgehört und nachdem ich mir noch kurz die dortige Kirche angeschaut habe, starte ich den Aufstieg zum Brünig-Pass. Es geht meist durch den Wald und die Steigung ist moderat, aber so langsam wird mir kalt.

Teilweise ist der Weg komplett unter Wasser und muss mich am Rand entlang hangeln, um kein unfreiwillige Kneipp-Kur zu bekommen.

Ziemlich erschöpft komme ich um 14 Uhr in Brünig an, mache endlich Mittagspause und föne in der Bahnhofstoilette Socken und T-Shirt trocken. Ich entschließe mich nur noch nach Brienzwiler zu wandern und dort in die Bahn zu steigen.

Beim Abstieg stehe ich plötzlich vor der Situation, dass vor mir ein umgefallener Baum den Weg versperrt und hinter mir der Pilger Tim aus München hinter mir steht.

Zusammen bestreiten wir den weiteren Abstieg und kommen dabei ins Gespräch. Der 27-jährige hat seinen letzten Job als Koch hingeschmissen und bis nach Santiago de Compostela wandern. Wir unterhalten uns viel über die notwendige Ausrüstung zum Wandern und die Erfahrungen in der Schweiz und zack sind wir schon durch Brienzwiler durchgelaufen.

Da sein Ziel heute Brienz ist, wir beide das gleiche Wandertempo haben und ich die Gesellschaft sehr schätze, entscheide ich mich kurzerhand auch bis Brienz zu laufen. Ich setze Tim am Campingplatz ab und laufe bis zum Bahnhof.

Hier muss ich aber feststellen, dass die Bahn nicht fährt, da die Unwetter der letzten Woche die Gleise beschädigt haben und ich den Ersatzverkehr nehmen muss: Erstnach Interlaken, wo ich ein Abendessen zum mitnehmen ersteigere, und dann endlich nach Oberried.

Etwas k.o. komme ich dann endlich um 19:00 Uhr bei meiner Unterkunft an. Hier rufe ich die Vermieter an, die nicht vor Ort sind, aber mich erst mal zum Schlüssel navigieren und dann durch das Haus. Hat alles geklappt und eine Stunde später bin ich satt, sauber und pack die Füße hoch.

16.08.2024: Tag 63 Von Stan nach Giswil (25,2km)

Ich komme mit dem Bus gegen halb sieben in Stan an und spare mir so sechs Kilometer der geplanten Strecke. Die verbleibenden 25km werden sich noch als fordernd genug herausstellen.

Der Weg führt durch einen Mix aus kurzen Waldabschnitten und Felder. Am Vormittag treffe ich die Pilgerin Edith aus Innsbruck, deren Endziel Santiago de Compostela ist. Dieses Jahr will sie es bis nach Genf schaffen. Da wir ein unterschiedliches Wandertempo haben, schickt sie mich vor und ich stapfe weiter.

Zur Mittagszeit mache ich Rast unter einer Linde, die ungefähr den heutigen Höchstpunkt darstellt. Auch heute ist es wieder mollig warm, aber langsam gewöhne ich mich an den permanenten Schweißfilm auf meiner Haut.

Es folgt dann der Abstieg zur Großen Melchaa und danach geht es noch mal steil bergauf nach Flüeli-Ranft.

Nun geht es bergab nach Sachseln und ich werde dabei Opfer von mehreren Bremsen, die sich in Waden und Unterarme beißen (also gegen selektives Insektensterben hab ich langsam nichts).

Von Sachseln muss ich noch sechs Kilometer am Sarner See entlang. Hier ist der Weg eben und ich kann endlich wieder Gas geben (auch weil die Blasen an den Füßen immer weniger schmerzen).

Kurz nach vier erreiche ich meine Pilgerunterkunft, alles neu, und mit Küche. Ich kann also wieder kochen. Auch erfahre ich, dass Edith hier heute auch übernachten wird. Der Mieter der sehr freundlichen Gasteltern auch Hamburg steht plötzlich neben mir, als ich Wäsche wasche und erzählt mir ungefragt seine halbe Lebensgeschichte. Ich täusche Müdigkeit vor und ziehe mich erst mal auf mein Zimmer zurück.

Zum Abendessen gibt es selbstgekochte Nudeln und Edith die sich als 73jährige pensionierte Dolmetscherin entpuppt leistet mir Gesellschaft beim Essen und wir beratschlagen über den nächsten Tag bevor ich mich zur Abendruhe zurückziehe.

15.08.2024: Tag 62 Von Haggenegg nach Buochs (27,6km)

Ich hab heute wieder sehr viel vor und starte im Morgengrauen. Nach dem starken Regen in der Nacht ist der Schotterweg teilweise etwas weggespült, was die 1.000m Abstieg nicht unbedingt leichter macht.

Es geht aber alles gut und ab Schwyz wird der Weg bis Brunnen auch leichter und ich kann das Bergpanorama genießen.

Ich treffe um 10 Uhr in Brunnen ein und erwische auch prompt die Fähre, die mich ratzfatz über den wunderschönen Vierwaldstätter See nach Treibt bringt.

Es geht schweißtreibend über Wiesen bergauf und das schiefe gehen gefällt den blasengeplagten Füßen so gar nicht. Nach einer Stunde geht es dann in den Wald, klingt gut, aber jetzt beginnt mein Alptraum. Der Weg gleicht mehr einer Kletterpartie, worüber ich mich grundsätzlich ja sehr freue, aber nicht mit 17kg Gepäck auf dem Rücken und nachdem ich schon ziemlich k.o. bin.

Und was folgt irgendwann, wenn man oben angekommen ist? Richtig, der Abstieg und es geht wieder die 500m auf ähnlichen Weg bergab. Immerhin werde ich mit dem Anblick eines Wasserfalls belohnt. Ich hab aber trotzdem drei Kreuze gemacht, dass ich heil geblieben bin.

Es folgt jetzt noch ein längerer Weg am Vierwaldstätter See entlang, erst nach Bodenried, dann nach Buochs, wo mein Gasthof ist.

Wieder total abgekämpft kann ich mein kleines Zimmer beziehen, wasche schnell die Wäsche von gestern und heute und dann ist Pause angesagt. Die nächsten beiden Etappen werde ich einkürzen, das heute eher was von Wettkampf als Urlaub. (Dann bin ich eben nicht den GANZEN Weg nach Rom zu Fuß gelaufen.)

Das Abendessen essen nehm ich beim nah gelegenen Vietnamesen, bevor ich zum Gasthof zurückhinke, um mich meiner Abendroutine zu widmen.

14.08.2024: Tag 61 – Pfäffikon nach Haggenegg (24,6km)

Der Wecker klingelt heute um 5 Uhr, wohlgemerkt ich bin im Urlaub. Nachdem ich mir die restlichen Nudeln von gestern reingeprügelt habe, beginnt ein langer steiler Abstieg und ich werde mit dem Sonnenaufgang über den Bergen belohnt.

Gemessen an den letzten Tagen kommen ich gut voran, auch wenn ich immer wieder Atempausen machen muss. Bereits nach zwei Stunden habe ich die ersten 600m hinter mir und der Weg geht entspannter weiter.

Es geht wieder über einen Feldweg und in der Ferne sehe ich den Shilsee und gegen halb Zehn erreiche ich auch schon Einsiedeln (hat auch Vorteile das frühe Aufstehen).

Die Kirche zum dazugehörigen Kloster ist wieder sehr beeindruckend, insbesondere die Deckenmalereien sind faszinierend (Das Fotoverbot hab ich mal kurz ignoriert, wozu zahl ich denn brav meine Kirchensteuer?)

Es geht wieder weiter, erst querfeldein, dann parallel zum Fluss Alp bis ich dann den zweiten Aufstieg des Tages wage, der sehr steinig ist und den Charme hat, das jedes Mal, wenn man denkt man sei endlich oben angekommen, der Weg ne Kurve macht und es noch weiter hoch geht.

Die Bewölkung, für die ich beim Aufstieg sehr dankbar war wandelt sich auf die letzten zwei Kilometern im Regen um und ich muss doch mein Regencape rauskramen (lag natürlich jetzt ganz unten im Ruchsack).

Gegen halb vier erreiche ich meinen Gasthof und kann erst mal duschen und mich etwas erholen, bevor es zum Abendessen geht.

Die Aussicht von der Terrasse des Gasthofs (die Sonn ist wieder durchgekommen) ist der Hammer, da schmeckt das Abendessen gleich doppelt so gut. Und dann heißt es wieder die geschundenen Füsse hochpacken.

13.08.2024: Tag 60 – Von Steg nach Pfäffikon (27,6km)

Nach dem Frühstück mit Karin geht es um Halb Sieben los und der Weg verläuft bis Gibswil im leichten auf und ab parallel zu den Bahngleisen.

Ich Treffen heute auf dem Weg zwei Schweizer, die bis nach Einsiedeln wandern wollen. Immer wieder im Laufe des Tages überholen wir einander und halten kurzen Smalltalk. Auch heute Vormittag kämpfe ich mit einem Gefühl von Matschigkeit, bis ich ein paar Gummibärchen esse. Ich muss echt darauf achten, hier mehr zu essen (blöd nur, dass der Hunger beim wandern verschwindet)

Für einen kurzen Abschnitt habe ich tierische Begleitung bis die Mädels rechts in den Stall abbiegen (die wollte der Bauer bei der Hitze wohl auch nicht draußen stehen lassen).

Gegen 14 Uhr und ziemlich fertig erreiche ich Rapperswil. Diszipliniert schaue ich mir hier zumindest die Kirche kurz an, bevor ich in der sengenden Hitze den Weg nach Pfäffikon antrete.

Der ist aber, zumindest was den ersten Abschnitt betrifft, echt schön, denn es geht auf einen Holzsteg bis zur Halbinsel auf der anderen Seite.

Mal wieder abgekämpft erreiche ich um 16 Uhr den Hof, wo ich heute im Stroh übernachten werde (ich komm mir schon ein wenig wie Heidi vor). Nach der Dusche und einer ausgedehnten Pause kaufe ich für das Abendessen ein, denn ich kann hier kochen.

Das Abendessen aus einem großen Teller Nudeln mit Tomatensauce ist genau das, was Körper und Seele brauchen. Ich verarzte noch meine Füsse und dann lege ich selbige hoch.

12.08.2024: Tag 59 Von Tobel nach Steg (26,7km)

Was für ein Tag. Aber der Reihe nach. Das Frühstück nehme ich mit den Herbergseltern ein und ich bin etwas beeindruckt von den Käseteller, den sie mir hingestellt haben. Und nun geht es los, denn ist ist schon halb Acht und bereits schon recht warm.

Der gestrige Tag hängt mir noch in den Knochen und ich komme nicht so schnell voran, wie ich gern würde. In Münchwilen mache ich eine erste Rast, gönne mir ein Eis und dann geht es weiter.

Mittlerweile ist es jetzt schon sehr heiß, dass der Weg über offenes Gelände ohne Schatten geht, hilft da nur bedingt. Zudem kommen nun auch die ersten Höhenmeter und ich komme ständig aus der Puste.

Total erschöpft, hungrig und mit leeren Wasserflaschen komme ich in Fischingen an. Hier kann ich an einem Brunnen Wasser auffüllen und mein Mittagessen einnehmen, bevor ich mir noch das Kloster mit Kirche kurz anschauen und sogar einen Stempel kriege.

Nun beginnen die letzten zehn Kilometer der Tages und die haben es ziemlich in sich. Ich muss den 500m hohen Hörnli besteigen und kann eigentlich jetzt schon nicht mehr. Mit viel Geschimpfe über meine Planung und die 32 Grad erreiche ich um 16 Uhr die Spitze und bin dann doch etwas stolz, dass ich es trotz der Umstände geschafft hab.

Und kommt der Abstieg, der noch ein letztes Mal meine Konzentration fordert und auch nur über freies Gelände geht. Total platt komme ich um halb Sechs bei meiner Unterkunft in Steg an, wo mich die etwas herbe, aber sehr freundliche Karin begrüßt und mir das Zimmer zeigt.

Schnell dusche ich und mach mich auf zum nahe gelegenen Imbiss (mittelmäßiger Cheeseburger mit Pommes für 22sFr.) für das Abendessen und dann heißt es nur noch Füße hoch.

11.08.2024: Tag 58 – Von Konstanz nach Topel (26,8km)

Die gestrige Anreise mit der Bahn hat gut geklappt und ich hatte nur 30 Minuten Verspätung (auf die Deutsche Bahn ist doch Verlass) als ich von Großcousin Reinhard und Sabine herzlich in Empfang genommen wurde.

Neben mir waren auch Sabines Bruder Nikolaus, einem Literaturübersetzer, mit seiner Frau, einer Musiklehrerin. In dieser spannenden Zusammensetzung ging das Abendessen eigentlich viel zu schnell vorüber, da alle viel interessantes zu erzählen haben.

Aber es galt noch das Feuerwerk des Seenachtfestes zu bestaunen und so ging es noch los zu nem Abendspaziergang auf einen Berg. (Nach der langen Fahrt war mir die Bewegung nur recht.)

Heute war dann um 5:30 Uhr Frühstück angesagt, Reinhard hat mir dankenswerterweise noch ein paar Brote geschmiert und dann ging es nach einem kurzen, aber herzlichen Abschied auch los.

Die Altstadt von Konstanz und ich setze sehr unspektakulär in die Schweiz über, da die Stadt Kreuzlingen direkt an Konstanz angrenzt.

Es geht leicht bergauf und ich bin von den Schweizern sehr angetan, die bei einer Wegsperrung auch eine Umleitung des Wanderweges gut ausschildern.

Der Weg führt an mehreren kleinen Orten und Höfen vorbei, die oft noch schöne Fachwerkhäuser mit den dazugehörigen Blumengarten haben. Und immer wieder komme ich an kleinen Kuhställen vorbei, es muss also nicht immer Massentierhaltung sein.

In einen Waldstück mache ich am Chemebach Rast. Kurz vor meinem Aufbrucjh holt mich hier die Carmen aus Stuttgart, die in den nächsten Tagen nach Einsiedeln wandern will. Da ich aber noch einiges vor habe, breche ich bald auf.

Es wird zunehmend heißer und der Weg führt oft über Feldwege und so bin ich sehr froh, dass ich in Amlikon einen offenen Supermarkt finde, wo ich mich mit Obst und Wasser eindecken kann.

Das Wasser ist fast alle, als ich um kurz vor 14:00 Uhr den Hof in Tobel erreiche, wo ich heute übernachten werde. Schnell dusche ich, wasche die Wäsche und gönn mir dann ein wohlverdientes Nickerchen.

Ich schaue mir noch ein wenig Tobel an, aber bis auf eine Komturei (Ordenshaus eines Rotterordens) und einer Kirche gibt es nicht so viel zu entdecken (und heiß ist es auch noch). Und so lasse ich den Abend mit entspannen ausklingen.

19.08.2023: Tag 57 – Von Markdorf nach Konstanz (16,6km)

Dann wollen wir mal das letzte Stück Strecke für dieses Jahr in Angriff nehmen. Kurz nach sieben verabschiede ich mich von meiner sehr netten Vermieterin und schreite die letzten Kilometer nach Meersburg schnell ab.

Hier nehme ich dann die Fähre nach Konstanz und genieße Sonne und Fahrtwind (hab ich erwähnt, dass es wieder heiß ist?).

Dort treffe ich dann erst mal meinen Großcousin Reinhard und seine Frau Sabine zu Kaffee und Kuchen. Zwar hab ich die beiden vorher noch nicht bewusst kennengelernt, aber mit den beiden passionierten Wanderern ist schnell eine gemeinsame Gesprächsbasis gefunden.

Ich verabrede mich mit ihnen später zum gemeinsamen Baden im Bodensee und hole mir meinen letzten Stempel für diese Reise ab, bevor ich im Hotel die erlösende Dusche kriege.

Nach einer kurzen Ruhepause versuche ich noch so viel wie möglich von der Altstadtkonstanz aufzunehmen. Das Bad im Bodensee mit Reinhard und Sabine ist eine willkommne Abkühlung und ich erfahr viel über derer beider ehemaligen spannenden Berufsleben. Es ist nach zehn als ich mich von den beiden verabschiede und den Weg zum Hotel antrete. Das war es für dieses Jahr, war schön. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung.